Schlechte Zahlen Karstadt will mit Ver.di über neuen Tarifvertrag reden

Karstadt knickt ein: Im Mai hatte der angeschlagene Warenhauskonzern den Tarifvertrag für seine Beschäftigten gekündigt, um Geld zu sparen. Doch jetzt ist das Unternehmen nach SPIEGEL-Informationen zu neuen Verhandlungen mit der Gewerkschaft Ver.di bereit.
Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen: Man verhandelt wieder

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen: Man verhandelt wieder

Foto: picture alliance / dpa

Hamburg - Der Essener Handelskonzern gibt seine starre Haltung gegenüber Ver.di auf und will mit der Dienstleistungsgewerkschaft wieder über einen Tarifvertrag sprechen. Nach zwei informellen Sondierungsgesprächen mit der Gewerkschaft sei deutlich geworden, "dass ein aufeinander Zugehen erforderlich ist, um zu einer gemeinschaftlich erarbeiteten Lösung zu gelangen", schrieben Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz und Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt vergangene Woche in einem Brief an die eigenen Mitarbeiter.

Das Unternehmen hatte im Mai abrupt den Tarifvertrag gekündigt und wollte mit dem Betriebsrat des Unternehmens einen eigenen "Karstadt-Tarifweg" aushandeln. Das aber war auf den Widerstand sowohl von Ver.di als auch der Belegschaft gestoßen. Die Gewerkschaft hatte in einem Brief an Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen deshalb gefordert, man solle "gemeinsam eine schnelle Lösung finden", um das Unternehmen aus der negativen öffentlichen Diskussion herauszuholen. Außerdem forderte Ver.di "Investitionen durch Sie als Eigner" und eine "breite und schnelle Modernisierung".

Nach wie vor hinkt der Konzern hinter seinen Planungen her, der lange Winter und der verregnete Frühling haben die Situation nicht besser gemacht: Die Verkäufe liegen derzeit 8,4 Prozent hinter der Planung und 6,9 Prozent hinter dem Vorjahr. Insgesamt fehlen dem Unternehmen für das im September endende Geschäftsjahr rund 200 Millionen an Umsatz. Der Gesamtumsatz dürfte damit deutlich unter die Drei-Milliarden-Euro-Grenze fallen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.