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22. Oktober 2015, 11:48 Uhr

Sanierung greift

Karstadt will nun doch Weihnachtsgeld zahlen

Die Sanierung bei Karstadt zeigt Wirkung - und davon sollen auch die Mitarbeiter profitieren: Die kriselnde Kaufhauskette hat nun entgegen ursprünglicher Pläne angekündigt, zum Jahresende Weihnachtsgeld auszuzahlen.

Die Krise ist noch lange nicht überwunden, doch die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung bei Karstadt mehren sich. Der Warenhauskonzern wolle daher für 2015 Weihnachtsgeld zahlen, heißt es in einem Schreiben des Unternehmensvorstands an die Mitarbeiter, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Der Sanierungsplan habe dies eigentlich nicht vorgesehen; der Schritt sei "ein großes Dankeschön" für das verbesserte Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr.

"Das Sanierungsprogramm greift, wir stabilisieren die Erträge, reduzieren Kosten und beginnen verlorene Stammkundschaft zurückzugewinnen", heißt es in dem Schreiben weiter. Laut einem Bericht von Unternehmenschef Stephan Fanderl an den Aufsichtsrat zur Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs, ist Karstadt "mit einem zweistelligen Millionenbetrag im Plus". Im Vorjahr hatte der Kaufhof-Konkurrent unter dem Strich noch rund 190 Millionen Euro Verlust geschrieben.

Arbeitnehmervertreter begrüßten die Entscheidung. Die Zahlung des Weihnachtsgelds sei "ein gutes Zeichen", sagte Gesamtbetriebsratschef Jürgen Ettl. Auf diesem Weg würden auch die Beschäftigten an den Erfolgen beteiligt. Der Gewerkschaft Ver.di zufolge führte auch der Druck der Beschäftigten zu der Entscheidung für die Sonderzahlung.

Der österreichische Immobilien-Investor René Benko hatte den Einzelhändler 2014 übernommen und zunächst den Rotstift angesetzt. Bis spätestens 2016 sollen noch vier weitere Filialen schließen.

mxw/Reuters

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