Angeschlagener Warenhauskonzern Karstadt will zur Tarifbindung zurückkehren

Der Warenhauskonzern Karstadt kehrt laut Gewerkschaft Ver.di zur Tarifbindung des Einzelhandels zurück. Die Einigung trägt den Namen "Zukunftssicherungstarifvertrag". Wie genau die Bedingungen dafür aussehen sollen, ist aber noch umstritten.

Streik vor Karstadt in Dortmund: Mitarbeiter fordern Erhalt ihrer Arbeitsplätze
DPA

Streik vor Karstadt in Dortmund: Mitarbeiter fordern Erhalt ihrer Arbeitsplätze


Essen - Die Warnstreiks zeitigen offenbar einen ersten Erfolg. Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt will nach Gewerkschaftsangaben zur Tarifbindung des Einzelhandels zurückkehren. Karstadt und Ver.di hätten sich auf "wesentliche Bausteine eines gemeinsamen Zukunftssicherungstarifvertrags verständigt", teilte die Gewerkschaft Ver.di am Donnerstag mit. Karstadt war im Mai aus der Tarifbindung ausgestiegen, um Kosten zu sparen.

Der neue Vertrag soll außer der Rückkehr in die Tarifbindung auch eine Beschäftigungs- und Standortsicherung enthalten, heißt es in der Ver.di-Mitteilung. In der Frage der Rückkehrmodalitäten in die Lohn- und Gehaltstarifverträge des Einzelhandels "sind wir allerdings noch weit auseinander", erklärte Ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes. "Das wird noch eine harte Nuss."

Vertreter von Karstadt und Ver.di hatten seit Montag in einer dritten Verhandlungsrunde in Frankfurt am Main über die Rückkehr zur Tarifbindung verhandelt. Die Beschäftigten von Karstadt hatten nach den ersten beiden Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis geblieben waren, mit Streiks und Betriebsversammlungen Druck auf die Geschäftsführung ausgeübt. Die Gespräche zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen sollen im Januar 2014 fortgesetzt werden.

bos/AFP

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roostercockburn 14.11.2013
1. I know the end is near and so ....
Prima, dann ist das Ende von Karstadt besiegelt und Verdi darf sich noch ein wenig im Glanz dieses sozial gerechten Siegs der Dummheit sonnen. Merke: Nur in Beschäftigungsverhältnissen befindliche Mitglieder bieten eine Machtbasis. Geht Kaufhof noch den Bach runter, geht auch bei Verdi das Licht aus. Gut so.
nick999 14.11.2013
2.
Zitat von roostercockburnPrima, dann ist das Ende von Karstadt besiegelt und Verdi darf sich noch ein wenig im Glanz dieses sozial gerechten Siegs der Dummheit sonnen. Merke: Nur in Beschäftigungsverhältnissen befindliche Mitglieder bieten eine Machtbasis. Geht Kaufhof noch den Bach runter, geht auch bei Verdi das Licht aus. Gut so.
Das Fell des Bären wird erst verteilt, wenn er erlegt ist. Was steht eigentlich in der Nachricht? Ein ungestörtes Weihnachtsgeschäft für Karstadt. Erst im Januar gehen die Gespräche weiter. Alles Andere sind Sprechblasen.
Stäffelesrutscher 14.11.2013
3.
Zitat von roostercockburnPrima, dann ist das Ende von Karstadt besiegelt und Verdi darf sich noch ein wenig im Glanz dieses sozial gerechten Siegs der Dummheit sonnen. Merke: Nur in Beschäftigungsverhältnissen befindliche Mitglieder bieten eine Machtbasis. Geht Kaufhof noch den Bach runter, geht auch bei Verdi das Licht aus. Gut so.
Aah, ich verstehe, die Verkäuferinnen sollen noch Geld mitbringen, damit die Manager sich noch einen Porsche extra kaufen können.
roostercockburn 16.11.2013
4. Wer stört das Weihnachtsgeschäft?
Zitat von nick999Das Fell des Bären wird erst verteilt, wenn er erlegt ist. Was steht eigentlich in der Nachricht? Ein ungestörtes Weihnachtsgeschäft für Karstadt. Erst im Januar gehen die Gespräche weiter. Alles Andere sind Sprechblasen.
Da bin ich aber froh, dann können höchstens noch ein paar Kunden die weihnachtliche Besinnlichkeit dieser Verkaufsverhinderungstruppe stören.
roostercockburn 16.11.2013
5.
Zitat von StäffelesrutscherAah, ich verstehe, die Verkäuferinnen sollen noch Geld mitbringen, damit die Manager sich noch einen Porsche extra kaufen können.
Ob Sie etwas verstanden haben, möchte ich stark bezweifeln. Das Management von Karstadt ist schlecht. Wahrscheinlich übersteigt es Ihre Vorstellungskraft, dass die Herren Manager aber nicht grundsätzlich und immer, für die schlechte Performance des Unternehmens verantwortlich sind. Wann waren Sie das letzte mal bei Karstadt und hatten den Eindruck, dass man Ihnen von Seiten der Mitarbeiter AKTIV etwas verkaufen will? Keiner der Mitarbeiter macht bei mir den Eindruck, dass er an der Kundschaft irgendwelches Interesse hat oder diese auch nur bemerkt. Insofern haben Sie recht, die Verkäufer-/innen müssen das Geld reinholen, leider tun sie das eben nicht. Der Kunde sichert den Arbeitsplatz, nicht der Betriebsrat und schon gar nicht Verdi. Die Damen und Herren Verkäufer muss man zum Jagen tragen und das hat mit tariflichen Gegebenheiten nicht das Mindeste zu tun.
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