Preisabsprachen EU-Kommission verhängt Millionenstrafe für Zulieferer von VW und BMW

Die europäischen Wettbewerbshüter haben gegen zwei Autozulieferer Geldbußen in Höhe von insgesamt 368 Millionen Euro ausgesprochen. Einem dritten beteiligten Unternehmen wurde die Strafe erlassen.

Airbags bei Volkswagen (Symbolbild)
AFP

Airbags bei Volkswagen (Symbolbild)


Wegen verbotener Absprachen haben die EU-Wettbewerbshüter Millionenstrafen gegen Autozulieferer verhängt. Die Unternehmen Autoliv und TRW müssten rund 368 Millionen Euro zahlen, teilte die EU-Kommission mit.

Der schwedisch-amerikanische Autoliv-Konzern und die in der Zwischenzeit vom deutschen Zulieferer ZF übernommene US-Firma TRW hatten laut den Wettbewerbshütern unter anderem von 2007 bis 2011 Preise bei Airbags und Sicherheitsgurten abgesprochen. Die Lieferungen seien für Volkswagen und BMW bestimmt gewesen. Die Absprachen seien in eigenen Geschäftsräumen, aber auch in Restaurants und Hotels sowie durch Telefongespräche und E-Mails erfolgt.

Ohne Strafe kam der japanische Takata-Konzern davon, weil er die EU-Wettbewerbshüter auf die Absprachen aufmerksam gemacht hatte, an denen er beteiligt gewesen war. Takata wäre sonst mit einer Geldbuße von 195 Millionen Euro belegt worden.

2,15 Milliarden Euro Strafen in der Branche

Den beiden anderen Unternehmen wurden die Strafen reduziert, da sie sich kooperationsbereit zeigten. So muss TRW 188,9 Millionen Euro zahlen und Autoliv 179,4 Millionen Euro. Ein ZF-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen werde das Bußgeld für TRW akzeptieren.

Takata war nach zahlreichen Rückrufaktionen 2017 pleite gegangen. Es wurde darauf durch einen Anbieter aus China aufgekauft. Heute firmieren beide Unternehmen unter dem Namen Joyson Safety Systems.

Die Wettbewerbshüter verhängten in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Strafen gegen Autoteile-Kartelle. 2014 war unter anderem der fränkische Zulieferer Schaeffler betroffen. Insgesamt betragen die verhängten Geldstrafen in dem Sektor nun 2,15 Milliarden Euro.

mal/Reuters/dpa/AFP



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