Handel Wettbewerbshüter mahnen Edeka wegen Rabatten ab

Der größte deutsche Lebensmittelhändler hat Ärger mit dem Kartellamt: Die Wettbewerbshüter werfen Edeka vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben. Die Kette soll von Lieferanten Rabatte ohne Gegenleistungen eingefordert haben.

Bundeskartellamt: Entscheidung hat grundsätzliche Bedeutung für die Branche
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Bundeskartellamt: Entscheidung hat grundsätzliche Bedeutung für die Branche


Bonn/Hamburg - Das Bundeskartellamt hat Edeka wegen angeblicher Bonusforderungen an Lieferanten abgemahnt. Bei der Übernahme des Discounters Plus im Jahr 2009 habe Edeka eine Reihe von Vergünstigungen ohne entsprechende Gegenleistungen eingefordert, teilte die Behörde am Mittwoch in Bonn mit.

In einer vorläufigen Bewertung dieser Rabatte macht die Behörde Edeka den Vorwurf, seine Nachfrage-Macht gegenüber Lieferanten damit missbräuchlich genutzt zu haben. Solche Forderungen seien nicht nur nachteilig für Lieferanten. Edeka könne so auch die eigene Marktmacht gegenüber kleineren Handelsunternehmen weiter ausbauen.

Edeka wurde bis zum 20. September eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt. Ein Bußgeld droht nicht. Die abschließende Entscheidung des Kartellamts in dem Verwaltungsverfahren soll eine grundsätzliche Bedeutung für die Branche haben. Edeka kommentierte die Mitteilung und die Vorwürfe des Bundeskartellamts zunächst nicht. Ein Sprecher wies darauf hin, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele.

Die Behörde hatte im April 2009 die Edeka-Zentrale in Hamburg durchsucht. Es war nach Hinweisen aus dem Fusionskontrollverfahren zur Übernahme von Plus-Filialen und einer Beschwerde des Markenverbands aktiv geworden.

cte/dpa

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Seite 1
glen13 24.07.2013
1.
Zitat von sysopBKartADer größte deutsche Lebensmittelhändler hat Ärger mit dem Kartellamt: Die Wettbewerbshüter werfen Edeka vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben. Die Kette soll von Lieferanten Rabatte ohne Gegenleistungen eingefordert haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kartellamt-mahnt-edeka-wegen-rabatten-ab-a-912861.html
Die Macht der Handelskonzerne kann kein Wettbewerbshüter brechen. Tagtäglich heißt es: "Mach' es oder du wirst ausgelistet". Bis man dann pleite ist.
uezegei 24.07.2013
2.
Zitat von glen13Die Macht der Handelskonzerne kann kein Wettbewerbshüter brechen. Tagtäglich heißt es: "Mach' es oder du wirst ausgelistet". Bis man dann pleite ist.
Tja, wenn der Markt es so will, dann will er das so.
patrick6 24.07.2013
3. Das...
...macht nicht nur EDEKA. Sowas machen alle grösseren Konzerne. Schön z.B. auch die 'Gebühr', wenn ein neuer Markt eröffnet wird. Was nicht mal heisst, dass der Markt neu ist. Für ein paar Tage abschliessen, bischen streichen und wieder aufschliessen - das ist auch eine 'Neureröffnung'. Oder Werbekostenzuschüsse für Beilagenwerbung. Da wird denn für ein paar tausend EUR ein winzig kleines Foto abgedruckt... Die Liste ist noch viel länger.
OskarVernon 24.07.2013
4. Gar nicht gut:
Zitat von glen13Die Macht der Handelskonzerne kann kein Wettbewerbshüter brechen. Tagtäglich heißt es: "Mach' es oder du wirst ausgelistet". Bis man dann pleite ist.
... sich von einem einzelnen Kunden derart abhängig gemacht zu haben - erst recht ohne eigene Marktmacht in Gestalt von Endverbrauchernachfrage, der sich auch die größten Handelskonzerne nur schwer entziehen können ;-)
nick999 25.07.2013
5.
Zitat von sysopBKartADer größte deutsche Lebensmittelhändler hat Ärger mit dem Kartellamt: Die Wettbewerbshüter werfen Edeka vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben. Die Kette soll von Lieferanten Rabatte ohne Gegenleistungen eingefordert haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kartellamt-mahnt-edeka-wegen-rabatten-ab-a-912861.html
Automotive lädt alle Lieferanten ein und fordert eine Preissenkung von pauschal 5%. Wer die nicht bringt, muß die Hosen runterlassen und sein Innerstes offenlegen, dass es wirklich nicht geht. Wo ist der Unterschied? Richtig, an die traut sich die EU nicht ran. Auf der anderen Seite. Viele europäische Firmen befinden sich im weltweiten Wettbewerb. Die Regelungswut der EU ist dort unwirksam. Auch Edeka dürfte teilweise außereuropäisch einkaufen. Der Anteil ließe sich vermutlich problemlos erhöhen. Rabatte ohne Gegenleistung??? Die Gegenleistung ist die Fortsetzung der Geschäftsbeziehung. Den Gewinn steckt sich Edeka nicht ein, Preise werden gesenkt, um bei Lidl, Aldi und Co den Anschluß nicht zu verlieren. Das wird gern vergessen.
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