Mögliches U-Bahn-Kartell Siemens zeigt sich in Brasilien selbst an

Beim Bau von U-Bahn-Zügen in São Paulo steht Siemens offenbar unter Kartellverdacht. Das Unternehmen hat sich laut einem Zeitungsbericht selbst angezeigt, um von einer Kronzeugenregelung zu profitieren. Auch Firmen aus Kanada, Spanien und Japan sollen betroffen sein.
U-Bahn-Züge in São Paulo (Archivbild): Verdacht auf Kartellbildung

U-Bahn-Züge in São Paulo (Archivbild): Verdacht auf Kartellbildung

Foto: PAULO WHITAKER/ REUTERS

São Paulo - Siemens hat laut einem Zeitungsbericht in Brasilien Selbstanzeige gestellt wegen möglicher Kartellbildung bei der Lieferung und Ausrüstung von U-Bahn-Zügen in São Paulo. An dem Kartell sollen nach Informationen der Tageszeitung "Folha de São Paulo" auch das kanadische Unternehmen Bombardier  , die spanische Firma CAF und das Unternehmen Mitsui   aus Japan beteiligt sein.

Im Gegenzug für die Anzeige hat Siemens   der Zeitung zufolge eine Kronzeugenregelung unterschrieben, die dem Unternehmen und den Mitarbeitern Immunität gewähren könne, falls sich der Verdacht bestätigt.

Brasiliens Wettbewerbsbehörde CADE hatte am 4. Juli selbst über Ermittlungen von Polizei und Justizbehörden über mögliche Kartellbildung bei mindestens sechs Ausschreibungen von São Paulos U-Bahn sowie auch über die Kronzeugenregelung informiert. Die Behörde hatte dabei aber keine Firmennamen genannt. Welchen Umfang die fraglichen Geschäfte haben, blieb zunächst noch unklar.

Siemens habe Kenntnis von der Untersuchung zu den Kartellvorwürfen, hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. Man kooperiere mit den Behörden in vollem Umfang. CAF lehnte eine Stellungnahme ab, von Bombardier war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

stk/dpa/Reuters
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