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06. Oktober 2017, 19:02 Uhr

Nach Katalonien-Referendum

Caixabank zieht nach Valencia

Die große Unsicherheit nach dem Referendum in Katalonien hat schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft der Region. Die Caixabank verlässt ihre Heimat in Richtung Valencia.

Die spanische Großbank Caixabank kehrt Katalonien den Rücken. Der Sitz des Instituts soll nach Valencia verlegt werden. Das beschloss die Bank am Abend. Im Gespräch war auch eine Verlegung in Mallorcas Hauptstadt Palma.

Mit 32.400 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 357 Milliarden Euro ist die Caixabank das größte Unternehmen, das angesichts der Turbulenzen aus Katalonien abwandert. Zuvor hatte bereits die spanische Banco Sabadell einen Umzug angekündigt. Sie will ihren Hauptsitz in die Küstenstadt Alicante verlegen.

Am Donnerstag hatte die Ratingagentur Fitch damit gedroht, dass die Kreditwürdigkeit der Region im Nordosten Spaniens weiter herabgestuft werden könnte.

Beim Referendum am vergangenen Sonntag hatte eine große Mehrheit der Teilnehmer für die Unabhängigkeit Kataloniens gestimmt. Die Abstimmung war trotz eines Verbots durch das spanische Verfassungsgericht und gegen den Willen Madrids abgehalten worden. Allerdings war die Beteiligung mit rund 43 Prozent niedrig. Dabei sprachen sich 90 Prozent für die Unabhängigkeit aus, rund acht Prozent dagegen. Gegner einer Abspaltung dürften der Abstimmung überwiegend ferngeblieben sein.

Katalonien will Angaben des Präsidenten der Regionalregierung Carles Puigdemont zufolge am Montag in einer parlamentarischen Sitzung die Unabhängigkeit ausrufen. Das höchste spanische Gericht hatte dies am Donnerstag untersagt. Beobachter rechnen mit einer weiteren Verschärfung der Situation.

brt/Reuters/AP/dpa

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