Krise am Golf Emirate verbieten Katarern Flüge über ihre Airports

Der Streit zwischen Katar und seinen Nachbarn spitzt sich zu: Katarische Staatsbürger dürfen künftig nicht mehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten umsteigen. Das teilte die dortige Fluglinie Etihad mit.
Der Flughafen Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Der Flughafen Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Foto: Kamran Jebreili/ AP

Einwohner von Katar müssen immer stärkere Beschränkungen ihrer Reisefreiheit hinnehmen. Nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Katarern Anfang der Woche bereits die Einreise untersagt hatte, sollen sie nun auch nicht mehr an deren Flughäfen umsteigen dürfen. Das teilte die Fluglinie Etihad am Mittwoch mit.

Das Verbot umfasst die Großflughäfen Abu Dhabi, an dem Etihad seine Heimatbasis hat, sowie das Drehkreuz Dubai der größten VAE-Fluglinie Emirates. Die Regelungen gelten auch für Ausländer, die in Katar leben und dort eine Aufenthaltsgenehmigung haben.

Die Emirate hatten Einwohnern von Katar bereits die Einreise untersagt. Die genauen Folgen für den Flugverkehr blieben jedoch unklar. "Die Anordnung gilt für alle Fluglinien, die die VAE anfliegen", erklärte Etihad. Bei Emirates war keine Stellungnahme zu erhalten.

Die neuen Flugregeln für Katarer sind damit schärfer als für Israelis, die 24 Stunden Zeit haben, um in Dubai oder Abu Dhabi umzusteigen. Gleichzeitig zieht das Verbot immer größere Kreise: Die australische Qantas, die mit Emirates Gemeinschaftsflüge über Dubai betreibt, lässt katarische Bürger bei solchen Flügen nicht mehr an Bord.

Katars Getreidevorräte halten mindestens vier Wochen

Wegen des Vorwurfs der Terrorismusunterstützung hatten Saudi-Arabien, Ägypten, die VAE und Bahrain bereits am Montag angekündigt, alle Verkehrsverbindungen nach Katar einzustellen - und den Luftraum für Flugzeuge des Landes zu schließen. Deshalb fliegen auch Emirates und der Air-Berlin-Partner Etihad nicht mehr nach Doha - die Hauptstadt von Katar.

In dem Wüstenstaat spitzt sich die Krise derweil zu: Aus Regierungskreisen in Doha verlautete, die am Markt verfügbaren Getreidevorräte dürften für vier Wochen reichen. Zudem habe die Regierung große Mengen Lebensmittel in Doha gebunkert. "Wir sprechen mit der Türkei und dem Iran und anderen Ländern", sagte ein Insider zu der Versorgungslage. Etwaige Lieferungen würden durch Frachtflüge von Qatar Airways ins Land gebracht.

Videoanalyse zur Katar-Krise:

SPIEGEL ONLINE
stk/Reuters
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