Investition von Eat Just Katar könnte zum bedeutenden Laborfleisch-Produzenten aufsteigen

Aus tierischen Zellen kultiviert, aber ohne Tierleid: Mit diesem Produkt will die US-Firma Eat Just nun von Katar aus die Ernährung der Welt revolutionieren.
Eat Just-Gründer Josh Tetrick: Will mehr als 200 Millionen Dollar in eine Fabrik für Reaktorfleisch investieren

Eat Just-Gründer Josh Tetrick: Will mehr als 200 Millionen Dollar in eine Fabrik für Reaktorfleisch investieren

Foto: JOSH EDELSON / AFP

Der Laborfleischhersteller Eat Just will seine Geschäfte kräftig ausbauen und hat eine Produktion in großem Maßstab im Golfstaat Katar angekündigt.

Dort hat das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit mit dem Fonds Doha Venture-Capital und den Behörden über den Bau einer Laborfleischfabrik in einer Sonderwirtschaftszone vereinbart. Die Zone soll Zugang zum Hafen Hamad südlich von Doha haben. Die Fabrik soll mehr als 200 Millionen Dollar kosten.

In Singapur produziert Eat Just bereits Chicken-Nuggets, die üblicherweise aus panierten Hähnchenfleischstücken bestehen, aus Zellen, die dem Tier entnommen werden und aus denen das Gewebe dann in Bioreaktoren gezüchtet wird.

Reaktorfleisch könnte Klima schützen

Nun könnte Katar »sehr bald« grünes Licht für den Verkauf des Laborfleischs geben, sagte der Chef von Eat Just, Josh Tetrick, der Nachrichtenagentur AFP. Eine Lizenz für den Export habe Eat Just bereits. Die Produktion – nach seinen Worten Dutzende Millionen Kilo Laborfleisch – könne in eineinhalb bis drei Jahren beginnen. Das hänge unter anderem von der Produktionsmethode ab.

Eat Just habe sich unter anderem wegen der Offenheit Katars zu Laborfleisch für das Land entschieden, sagte Tetrick laut Nachrichtenagentur Bloomberg . Außerdem könne Eat Just damit im Nahen Osten und in Nordafrika Fuß fassen – was möglicherweise künftige Exporte nach Westeuropa erleichtern könnte.

Der weltweite Fleischkonsum gilt als ein Treiber des Klimawandels, vor allem wegen des enormen Flächenverbrauchs für die Massentierhaltung und der damit verbundenen Emissionen – unter anderem von Methan. Künstlich erzeugtes Fleisch aus dem Labor, auch In-vitro-Fleisch genannt, soll hier nach Angaben der Befürworter Abhilfe schaffen.

Für Bedenken sorgt in Bezug auf Laborfleisch neben der Frage, wie Verbraucher die Produkte annehmen, auch immer wieder das Thema Produktionskosten. So hatte etwa ein im Jahr 2013 in London vorgestellter Labor-Burger, der aus Muskelzellen einer lebenden Kuh gezüchtet worden war, noch rund 250.000 Euro gekostet und war damit wenig massentauglich.

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Eat Just versichert, es habe die Kosten bereits beträchtlich gesenkt. In Singapur hatte ein Sprecher im Dezember 2020 gesagt, das Unternehmen wolle die Kosten in den kommenden Jahren unter die von konventionellem Hähnchenfleisch drücken.

apr/AFP