Schlechter Service im Versandgeschäft Göring-Eckardt fordert "spürbare Bußgelder" für Paketdienste

Binnen einem Jahr haben sich die Beschwerden von Kunden über DHL, Hermes und andere Paketdienste verdoppelt. Die Grünenfraktionschefin im Bundestag will die Unternehmen damit nicht davonkommen lassen.
Katrin Göring-Eckardt will Paketdienste bestrafen, wenn sie nicht ordentlich arbeiten

Katrin Göring-Eckardt will Paketdienste bestrafen, wenn sie nicht ordentlich arbeiten

Foto: Fabian Sommer/DPA

Grünenfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat sich für eine Bestrafung von Post- und Paketdiensten bei schlechter Leistung ausgesprochen. "Wenn immer mehr Pakete nicht ankommen oder Sendungen mit großen Verspätungen zugestellt werden, muss das Konsequenzen für die Paketdienste haben", sagte Göring-Eckardt der "Welt am Sonntag".

Die Bundesnetzagentur habe nicht die nötigen Mittel, Druck auf Unternehmen wie DHL, Hermes und andere Dienste auszuüben. "Wir Grünen wollen, dass sie endlich auch spürbare Bußgelder gegen Konzerne verhängen kann, wenn die gegen das Postgesetz verstoßen."

Die Zahl der Beschwerden über nicht oder zu spät zugesandte Postsendungen hat dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. 2018 verdoppelten sich die Beschwerden gegenüber dem Vorjahr. Laut Bundesnetzagentur erreichten den Verbraucherservice der Post in dem Jahr 12.615 Beschwerden. 2017 waren es nur 6100. Bis Ende September dieses Jahres gingen insgesamt 12.950 Beschwerden ein. Vor allem klagten die Kunden über Briefsendungen (etwa 50 Prozent), etwa ein Drittel kritisierte verspätete oder verschwundene Paketsendungen.

Lesen Sie hier eine Reportage über die widrigen Arbeitsbedingungen eines Paketzustellers.

"Eine Beschwerde auf 1,7 Millionen beförderte Sendungen"

"Jedes verschwundene oder beschädigte Paket ist eines zu viel. Um dies abzustellen, arbeiten unsere Mitgliedsunternehmen ständig an Optimierungen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK), Marten Bosselmann, dem Blatt. Ein Sprecher der Deutschen Post relativierte gegenüber "Welt am Sonntag" die Zahlen der Bundesnetzagentur. "Bezogen auf das Vorjahr (2018) sprechen wir (...) von lediglich einer Beschwerde auf 1,7 Millionen beförderte Sendungen, was uns trotzdem nicht zufriedenstellen kann und woran wir arbeiten."

Es sei jedoch auch eine Tatsache, dass die Bundesnetzagentur als Beschwerdestelle in den vorigen beiden Jahren deutlich bekannter geworden sei, fügte der Post-Sprecher hinzu. Die bei dem Unternehmen direkt eingegangenen Reklamationen seien rückläufig.

Die Deutsche-Post-Tochter DHL verlangt ab 1. Januar 2020 mehr Geld für das Versenden von Päckchen und Paketen. Die Preise steigen im Schnitt um drei Prozent im nationalen Versand, wie DHL am Dienstag mitteilte. Der Konzern reagiere damit auf allgemein gestiegene Personal- und Transportkosten.

jat/dpa/AFP