Für Berliner Zweitwohnung Neue RBB-Chefin soll Mietzuschuss vom Sender kassieren

Die neue RBB-Intendantin Vernau verordnete der Belegschaft nach der Völlerei der Schlesinger-Jahre einen Sparkurs. Laut Medienbericht erhält die neue Chefin aber einen Mietzuschuss – neben ihrem üppigen Jahresgehalt.
Katrin Vernau: Tausend Euro Mietzuschuss?

Katrin Vernau: Tausend Euro Mietzuschuss?

Foto: Britta Pedersen / dpa

Katrin Vernau kam vom WDR, um beim RBB aufzuräumen. Die Verwaltungschefin vom Rhein soll den durch Finanz- und Luxusskandale gebeutelten Sender an der Spree wieder auf Kurs bringen. Nach nur wenigen Wochen steht die 49-jährige Interimsintendantin nun aber selbst in der Kritik, bei der es erneut um üppige Gehälter geht.

Konkret: Die neue RBB-Chefin erhalte neben ihrem Jahresgehalt von 297.000 Euro monatlich auch noch tausend Euro Mietzuschuss, berichtete die »Bild«-Zeitung .

»Das ist durch nichts zu rechtfertigen«, zitiert die Zeitung den Vertreter der freien Mitarbeiter des Senders, Christoph Reinhardt. »Die Intendantin wäre gut beraten, auf den Mietzuschuss zu verzichten«, sagte er demnach. Die Mitarbeiter seien besonders empört, dass Vernau den Wohnzuschuss jetzt erst eingestanden habe. Wenn sie in derselben Logik wie ihre Vorgängerinnen handle, traue man ihr nicht zu, dass sie für einen Neuanfang stehe.

Ärger über Beratervertrag mit Singelnstein

Pikant dabei ist, dass Vernau dem Sender ein deftiges Sparprogramm verordnet hat. Wegen der hohen Ausgaben während der Amtszeit der inzwischen fristlos entlassenen Intendantin Patricia Schlesinger und dem zurückgetretenen Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf muss der RBB nun Millionen einsparen. Andernfalls drohe ein Minus von 174 Millionen Euro ab 2028. Auswirkungen auf das Programm sind nicht ausgeschlossen, die Belegschaft ist in Aufruhr .

Laut »Bild«-Zeitung rechtfertigte sich die Intendantin mit ihrem kurzfristigen Umzug nach Berlin. »Ich lebe mit zwei Koffern, hätte auch erst im Januar mein Amt antreten können«, wird sie zitiert.

Unterdessen werden immer neue Details zu Vorwürfen der Vetternwirtschaft und des Filzes beim RBB bekannt. So soll der RBB mit seinem scheidenden Chefredakteur Christoph Singelnstein etwa einen gut dotierten Beratervertrag geschlossen haben – zusätzlich zu dessen lebenslangem Anspruch auf ein jährliches Ruhegeld von mehr als 100.000 Euro und seiner gesetzlichen Rente. Singelnstein äußerte sich bisher nicht dazu und verwies auf Verschwiegenheitsklauseln.

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In der Affäre ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin gegen mehrere Funktionäre wegen des Verdachts der Untreue und Vorteilsannahme. In der Kritik steht neben Wolf und Schlesinger auch der Ehemann der Ex-Intendantin, der frühere SPIEGEL-Journalist Gerhard Spörl. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

apr
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