Benkos Zugeständnis Kaufhof soll wichtiger als Karstadt werden

Im Falle einer Übernahme von Kaufhof wäre Großinvestor René Benko offenbar zu Zugeständnissen bereit: Er würde Karstadt der Kaufhaus-Kette unterordnen. Derweil gibt es auch einen anderen Interessenten für Kaufhof.

Kaufhof-Filiale in München: Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt möglich
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Kaufhof-Filiale in München: Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt möglich


Der österreichische Immobilieninvestor und Karstadt-Eigentümer René Benko ist für die Übernahme der Metro Chart zeigen-Tochter Galeria Kaufhof offenbar zu großen Zugeständnissen bereit. Nach Informationen des manager magazin solle Kaufhof die Führungsgesellschaft des von Benko geplanten Warenhausverbundes werden.

Demnach würde Karstadt eine Tochtergesellschaft von Kaufhof. Dies sehe das Angebot vor, das der Metro vorliege, schreibt das manager magazin. Das Kaufhof-Management unter Führung von Olivier Van den Bossche solle im Amt bleiben.

Der von Benko gebotene Kaufpreis soll bei den von der Metro geforderten 2,7 Milliarden Euro liegen - einschließlich der Kaufhof-Immobilien. Dem Unternehmen gehört etwa die Hälfte der 120 betriebenen Warenhäuser selbst. Die Finanzierung durch HypoVereinsbank und Citibank sei gesichert. Vorstand und Aufsichtsrat erscheine das Angebot akzeptabel. Noch im Mai könne der Deal über die Bühne gehen.

Benko erfüllt mit der Unterordnung der Karstadt-Gesellschaft eine Forderung des Metro-Vorstands. Dieser hatte Management und Mitarbeitern der Warenhaustochter versprochen, dass bei einem Verkauf die Zukunft des Unternehmens gesichert sein müsse. Diese Voraussetzung sieht der Metro-Vorstand offenbar als erfüllt an.

Handelskonzern Hudson's Bay interessiert sich auch für Kaufhof

Mit dem möglichen Zusammenschluss lässt der 38-jährige Tiroler Benko die alte Idee einer "Deutschen Warenhaus AG" wiederaufleben - einer Fusion der beiden großen deutschen Kaufhäuser.

Vor etwa vier Jahren hatte Benko schon einmal einen Anlauf zum Kauf von Kaufhof unternommen - die Verhandlungen seien damals aber an Finanzierungsfragen gescheitert, heißt es.

Allerdings ist Benko aktuell offenbar nicht der einzige Interessent: Metro spreche auch mit dem kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. Noch solle Hudson's Bay aber kein konkretes Angebot vorgelegt haben.

kpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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bristolbay 20.05.2015
1. Auch ein Blender?
Nach Berggruen jetzt der nächste Nicht-Fachmann an einem noch größeren Happen. Hoffentlich geht das gut. Bis jetzt hat man Karstadt in keiner Weise auf einen Weg gebracht und die Kunden rennen entgeistert fort. So etwas kann nicht gut gehen. Wäre es nicht besser, die Metro übernimmt Karstadt für 1 € und baut den Kaufhaus Konzern "Deutsche Warenhaus"
voiceecho 20.05.2015
2. Keine Hoffnung!
Karstadt ist pleite und gescheitert, was seit Jahren passiert, ist Insolvenzverschleppung, sonst nicht! Es tut mir ehrlich leid um den Mitarbeitern, aber man muss die Fakten sehen. Karstadt schreibt seit Jahren rote Zahlen und das Konzept was Karstadt repräsentiert, ist nicht zeitgemäß! Sortiment, Preispolitik und Service entsprechen nicht der Nachfrage! Karstadt wird früher oder später abgewickelt, das eine bittere Pille, leider aber in diesem Fall alternativlos!
frummler 22.05.2015
3. völlig egal!
die zeiten der ganze warenhäuser ist lange vorbei ! diese dinosaurier werden früher oder später alle dichtmachen müssen ich kenen niemanden mehr der noch lust hat extra in eins dieser monster zu fahren um erstmal ewig im stau zustehen und hohe parkgebühren zu bezahlen nur um dann ein miniangebot anzusehen was zu preissen angeboten wird einem schlecht wird! von fachkundigen personal frage ich lieber erst garnet an denn da rennen nur noch billigkräfte rum die regale füllen statt fachpersonal
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