Tarifstreit Ver.di droht Kaufhof mit Streiks in Adventszeit

Die Verhandlungen zwischen Ver.di und Kaufhof über einen Tarifvertrag nach der Fusion mit Karstadt stocken. Nun will die Gewerkschaft den Druck durch Streiks im wichtigen Weihnachtsgeschäft erhöhen.
Kaufhof am Münchner Stachus: In der kommenden Woche sind Arbeitsniederlegungen beim Warenhauskonzern möglich

Kaufhof am Münchner Stachus: In der kommenden Woche sind Arbeitsniederlegungen beim Warenhauskonzern möglich

Foto: Ralph Peters/ imago images

Für den Einzelhandel sind die Wochen vor Weihnachten die wichtigsten des Jahres, für Warenhäuser gilt das im Besonderen. Ausgerechnet mitten im Adventsgeschäft drohen nun Streiks in den Kaufhof-Häusern. Die Gewerkschaft Ver.di will damit den Druck im aktuellen Tarifkonflikt erhöhen.

Die Beschäftigen der Warenhauskette seien beunruhigt wegen der bevorstehenden Verschmelzung mit dem früheren Rivalen Karstadt, sagte der Ver.di-Verhandlungsführer für Kaufhof, Bernhard Franke. Denn dadurch drohten den Kaufhof-Angestellten deutliche Lohneinbußen.

Der Gewerkschafter verknüpfte das mit einer Streikdrohung. Er gehe davon aus, dass es anlässlich der für den 12. und 13. Dezember geplanten Tarifverhandlungen für Karstadt und Kaufhof zu Arbeitsniederlegungen kommen werde, mit denen die Beschäftigen die Positionen von Ver.di unterstützen wollten, sagte Franke. Zuvor hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" über die möglichen Streiks berichtet. Ein Karstadt-Sprecher wollte sich zu der aktuellen Entwicklung nicht äußern.

Auch Laufzeit des Tarifvertrags umstritten

Bereits seit einiger Zeit verhandeln Ver.di und Galeria Karstadt Kaufhof über einen gemeinsamen Sanierungstarifvertrag für den durch den Zusammenschluss entstandenen neuen Warenhauskonzern. Laut Ver.di würde eine Verschmelzung ohne neuen Tarifvertrag für die Kaufhof-Beschäftigten bedeuten, dass ihr Entgelt automatisch um elf Prozent sinkt.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte in der Vergangenheit bereits eine Lösung vorgeschlagen, die für die Kaufhof-Mitarbeiter nicht ganz so große Einbußen bedeuten und den Karstadt-Beschäftigten sogar mehr Geld bringen würde. Auch Ver.di hatte die Bereitschaft zu Zugeständnissen erkennen lassen. Dennoch sind die Positionen der beiden Seiten offenbar noch weit voneinander entfernt. Das gilt nicht nur für die künftige Lohnhöhe, sondern auch für die Frage, wie lange ein neuer Sanierungstarifvertrag gelten soll.

fdi/dpa