Preiskampf Kaufland entfernt alle Unilever-Produkte aus dem Angebot

Der Streit zwischen Kaufland und Unilever eskaliert. Weil der Lebensmittelkonzern angeblich zu hohe Preise verlangt, nimmt die Handelskette Marken wie Knorr, Pfanni oder Lipton aus dem Sortiment.
Kaufland-Filiale (Archiv)

Kaufland-Filiale (Archiv)

Foto: imago/ Manfred Segerer

Die Supermarktkette Kaufland nimmt sämtliche Produkte des Lebensmittelkonzerns Unilever aus den Regalen. "Zum 31. Dezember beendet Kaufland die jahrzehntelangen Geschäftsbeziehungen in Deutschland", teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit über Einkaufspreise.

Von der Entscheidung sind bei Kaufland folgende Marken betroffen: Knorr, Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry's, Langnese, Magnum, Coral, Viss, Domestos, Dove, Rexona, Duschdas, Signal sowie Axe. Ausgewählte Eisprodukte von Magnum, Cremissimo und Viennetta sollen weiterhin erhältlich sein.

Bereits im September hatte die Handelskette wegen des Streits über die Einkaufspreise rund 480 Produkte aus dem Angebot genommen. Zur jetzigen Ausweitung des Verkaufstopps von Unilever-Produkten teilte die Kaufland-Sprecherin mit: "Gründe hierfür sind drastische Preiserhöhungen sowie einseitige Änderungen der Geschäftsbedingungen."

"Viele Marken und Eigenmarken als Alternativen"

"Als einer der bedeutendsten Markenartikelhersteller der Welt", so der Vorwurf, versuche Unilever "seine herausragende Marktposition zu nutzen", hieß es. Angesichts der monatelangen Auseinandersetzung habe sich Kaufland auf die Situation einstellen können. Den Kunden stünden "viele Marken und Eigenmarken als Alternativen" zur Verfügung.

Auch in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien und Bulgarien hat Kaufland mehrere Marken von Unilever eigenen Angaben zufolge nicht mehr im Sortiment.

Von Unilever gibt es bislang keine Stellungnahme zu dem Schritt. Die "Lebensmittel Zeitung" berichtete aber unter Berufung auf informierte Kreise, dass das Unternehmen den Bruch in Kauf genommen habe, weil der Händler in Deutschland nicht mehr die Wachstumsraten früherer Jahre aufweise, aber trotzdem jedes Jahr Verbesserungen einfordere. Das habe ihn zu einem teuren Kunden gemacht. Eine Bestätigung hierfür gibt es bislang nicht.

apr/dpa
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