Sorge um Standort Deutschland Viele Mittelständler über 60 scheuen Innovationen

Die Investitionsbereitschaft sinkt mit steigendem Alter - und der deutsche Mittelstand kommt in die Jahre. Das gefährdet laut einer neuen Studie die Wettbewerbsfähigkeit: Denn von den Unternehmern über 60 investiert nur jeder Dritte.
KfW: Alterung bremst Investitionen

KfW: Alterung bremst Investitionen

Foto: A3796 Uwe Anspach/ dpa

Frankfurt am Main - Die Inhaber der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland altern rasch, mehr als 1,3 Millionen Firmeninhaber sind gegenwärtig bereits 55 Jahre alt oder älter. Dieser demografische Wandel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands, heißt es in einer Studie der staatlichen Förderbank KfW: Denn mit zunehmendem Alter der Firmenlenker sinke deren Bereitschaft, zu investieren.

Das bremse den künftigen Geschäftserfolg und reduziere auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum, warnt die KfW. "Der deutsche Mittelstand altert im Zeitraffer", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner: "Weil ältere Chefs wesentlich seltener investieren, droht vielen kleinen und mittleren Unternehmen ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit." Das könne Arbeitsplätze gefährden.

Von den Firmeninhabern, die älter sind als 60 Jahre, investiert laut KfW-Analyse  nur noch etwa jeder Dritte (37 Prozent der Unternehmer). "Die anderen ziehen sich aus der Weiterentwicklung ihres Unternehmens zurück", schreiben die Autoren der Studie. Im Durchschnitt war ein Chef im Mittelstand zuletzt 51 Jahre alt, 2002 lag das Durchschnittsalter noch bei 45 Jahren.

bos/dpa
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