Klammer Sportwagenbauer Porsche wirft neue Aktien auf den Markt

Die Porsche Holding braucht dringend Geld. Durch die Ausgabe von bis zu 131 Millionen neuen Aktien will das Unternehmen seine Verbindlichkeiten senken. Der Konzern hofft auf Einnahmen von fünf Milliarden Euro - doch selbst die würden nicht reichen, um alle Schulden zu tilgen.

Porsche: Aktienausgabe soll Verbindlichkeiten senken
AFP

Porsche: Aktienausgabe soll Verbindlichkeiten senken


Stuttgart - Die hochverschuldete Porsche Holding will ab Mittwoch bis zu 131,25 Millionen neue Aktien platzieren. Das Unternehmen hofft, damit auf einen Schlag einen Großteil seiner Verbindlichkeiten loswerden. Die neuen Anteile - je zur Hälfte Stamm- und Vorzugsaktien - können von den Altaktionären für 38 Euro gekauft werden, wie das Unternehmen am späten Sonntagabend in Stuttgart mitteilte. Der Netto-Emissionserlös werde vollständig zur Schuldentilgung genutzt. Bei den börsennotierten Vorzugsaktien liegt der Bezugspreis damit rund ein Drittel unter dem Kurs vom Freitag.

Die Zeichnungsfrist soll nach der voraussichtlichen Billigung des Wertpapierprospekts am Montag durch die Börsenaufsichtsbehörde BaFin am Mittwoch starten und bis 12. April laufen. Die Anteilseigner haben ein Vorkaufsrecht. Je einer gehaltenen Aktie dürfen sie 0,75 neue kaufen - die Zahl der Aktien steigt damit um 75 Prozent auf 306,25 Millionen.

Die Familien Piëch und Porsche sowie der Golf-Staat Katar, die alle Stammaktien besitzen, haben sich verpflichtet, ihre Bezugsrechte auszuüben. Sollten die Eigentümer von Vorzugsaktien bei dem Angebot nicht komplett zugreifen, garantieren die Banken die Abnahme der Anteile. Der Porsche Chart zeigen SE wird bei der Kapitalerhöhung, die eine wichtige Voraussetzung für die geplante Fusion mit der Volkswagen Chart zeigen AG ist, voraussichtlich rund 4,89 Milliarden Euro einnehmen.

Das Unternehmen, das etwas mehr als die Hälfte an Europas größtem Autobauer Volkswagen AG sowie am Sportwagenbauer Porsche hält, muss bei der Kapitalerhöhung schnell sein, da Ende Mai die Fristen auslaufen. Zudem steht im Juni die Rückzahlung von Krediten über 2,5 Milliarden Euro an. Porsche will die Kapitalerhöhung daher noch vor Ostern vollenden.

Die Porsche Holding hatte zuletzt Schulden von rund 6,5 Milliarden Euro in ihren Büchern. Nach erfolgreicher Kapitalerhöhung würde der Schuldenstand auf rund 1,5 Milliarden Euro sinken. Den Schulden stehen Vermögenswerte, vor allem in Form der noch 50,1-prozentigen Beteiligung an der Porsche AG, gegenüber. Die übrigen 49,9 Prozent an der Porsche AG, in der das Fahrzeuggeschäft gebündelt ist, hatte die Holding bereits zum Schuldenabbau für mehrere Milliarden Euro an VW veräußert.

ulz/dpa-AFX/Reuters



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gkweisswas 28.03.2011
1. Mutti übernehmen Sie!
Zitat von sysopDie Porsche Holding braucht dringend Geld. Durch die Ausgabe von bis zu 131 Millionen neuen Aktien will das Unternehmen seine Verbindlichkeiten senken. Der Konzern hofft auf Einnahmen von fünf Milliarden Euro - doch selbst die würden nicht reichen, um alle Schulden zu tilgen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753480,00.html
Die deutsche Autoindustrie ist systemrelevant. VW ist systemrelevant Insbesondere der Konzernteil namens Porsche ist systemrelevant. Verglichen mit der Rettung von HypoReal und WestLB sind das nur Peanuts. Also schnell einen alternativlosen Autokonzern-Rettungsschirm gespannt. Sonst kommen noch die Chinesen. Mutti macht das schon!
founder 28.03.2011
2. Scheint Porsche pfeift am letzten Loch
Gestern im ORF - Österreichicher Rundfunk - die Meldung Zitat: Porsche Österreich klagt VCÖ VW bzw. Porsche Austria klagt den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wegen des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen der Volkswagen-Gruppe. Der VCÖ hatte in einer Presse-Aussendung geschrieben, VW liege beim Klimaranking von Neuwagen im Schlussfeld - wegen hohen CO2-Ausstoß-Werten. Porsche Austria findet das geschäftsschädigend und will nun 50.000 Euro (http://oe1.orf.at/artikel/272974). Zitat Ende. VCÖ = Verkehrsclub Österreich, Gegenstück zum VCD = Verkehrsclub Deutschland Während der VCD voll die Linie von VW gegen das Elektroauto vertritt (http://auto.pege.org/2010-anti/gerd-lottsiepen-vcd.htm), hat der VCÖ eine eigenständige Meinung.
miezemaus 28.03.2011
3. ...Wendelin Wiedeking...
...da hörte man früher jahrelang nur tolle Meldungen von solch einem Tpo-Manager Deutschlands, hochbejubelt von allen... Nur glücklicherweise ist es so im Leben, dass alle Blender, Betrüger und Lügner irgendwann mal fallen... Vielleicht lassen sich die Deutschen irgendwann mal weniger von solchen Leuten verführen...-... hoffentlich!
n.holgerson 28.03.2011
4. ..
Zitat von founderGestern im ORF - Österreichicher Rundfunk - die Meldung Zitat: Porsche Österreich klagt VCÖ VW bzw. Porsche Austria klagt den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wegen des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen der Volkswagen-Gruppe. Der VCÖ hatte in einer Presse-Aussendung geschrieben, VW liege beim Klimaranking von Neuwagen im Schlussfeld - wegen hohen CO2-Ausstoß-Werten. Porsche Austria findet das geschäftsschädigend und will nun 50.000 Euro (http://oe1.orf.at/artikel/272974). Zitat Ende. VCÖ = Verkehrsclub Österreich, Gegenstück zum VCD = Verkehrsclub Deutschland Während der VCD voll die Linie von VW gegen das Elektroauto vertritt (http://auto.pege.org/2010-anti/gerd-lottsiepen-vcd.htm), hat der VCÖ eine eigenständige Meinung.
Also, ich habe mir mal ihren Link durchgelesen. Da kann ich mich aber nur wundern.... Was sie hier als "eigenständige Meinung" verkaufen wollen, scheint doch vielmehr eine unrichtige Aussage zu sein. Ihr hier hochgelobter Verkehrsclub scheint in Wirklichkeit ja, mit Falschmeldungen Aufmerksamkeit produzieren zu wollen. Wie gesagt, mir erschließt sich nicht, was eine Falschmeldung mit "eigenständige Meinung" zu tun hat. Aber warten wir mal die (gerichtliche) Klärung des Sachverhaltes ab. Bin ja mal gespannt, was rauskommt.
r-le 28.03.2011
5. Na das stimmt ja nicht ganz...
Zitat von miezemaus...da hörte man früher jahrelang nur tolle Meldungen von solch einem Tpo-Manager Deutschlands, hochbejubelt von allen... Nur glücklicherweise ist es so im Leben, dass alle Blender, Betrüger und Lügner irgendwann mal fallen... Vielleicht lassen sich die Deutschen irgendwann mal weniger von solchen Leuten verführen...-... hoffentlich!
Das hat doch mit D nichts zu tun. Glauben Sie, im Ausland gibt's solche Leute nicht. Finanzkrise schon vergessen, suchen Sie sich einen Namen aus. :-) Wiedeking war auch kein "Blender, Betrüger und Lügner", sondern ein Alphatierchen, dass glaubt, es geht immer nur nach oben, in vollkommener Selbstüberschätzung. Die meisten machen doch einen ordentlichen Job (rechnen Sie mal die Mittelstandchefs mit ein). Oder muss man hier per se bashen, um nicht als FDP/CDU'ler gebrandmarkt zu werden??
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