Sieg für Hedgefonds Aus für Ex-Siemens-Chef bei Arconic

Der frühere Siemens-Chef Kleinfeld ist nach monatelangem Druck von Großaktionären als Vorstandschef des US-Metallkonzerns Arconic zurückgetreten. Entscheidend waren Hedgefonds des US-Investors Paul Singer.

Ex-Siemens-Chef Kleinfeld (Archiv)
REUTERS

Ex-Siemens-Chef Kleinfeld (Archiv)


Ein deutscher Manager ist das nächste Opfer der gefürchteten Elliot-Fonds: Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld gibt auf Druck von Großaktionären seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des US-Metallkonzerns Arconic auf. Kleinfeld sei zurückgetreten, nachdem er ohne Rücksprache mit dem Führungsgremium einen Brief an den Hedgefonds Elliott geschrieben habe, teilte Arconic mit. Kleinfeld habe hier ein "schlechtes Urteilsvermögen" gezeigt.

Die Arconic-Spitze steht seit Wochen unter Druck, weil Elliott auf deren Ablösung drängte. Das Unternehmen, das aus der Aufspaltung des acht Jahre von Kleinfeld geleiteten Aluminiumkonzerns Alcoa hervorgegangen ist, wird vorerst von Vorstandsmitglied David Hess geführt. Die Aktionäre reagierten erfreut: Der Aktienkurs legte zeitweise um knapp zehn Prozent auf 28,44 Dollar zu.

Arconic hat sich auf hochwertige Aluminium- und Titanlegierungen für den Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie die Bauindustrie spezialisiert. Ende 2016 schrieb der Konzern einen Milliardenverlust. Kleinfeld setzte auf Einsparungen, um die Gewinnmargen zu verbessern. Die größten Aktionäre wollten ihn aber loswerden, da sie unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung waren.

Vor allem Hedgefonds aus dem Elliott-Imperium des milliardenschweren US-Investors Paul Singer, die nach eigenen Angaben mehr als zehn Prozent an Arconic halten, wollten die restlichen Aktionäre zur Revolte gegen die Konzernführung bewegen. Sie wollten Larry Lawson, den früheren Chef des Flugzeugzulieferers Spirit AeroSystems, als Nachfolger von Kleinfeld durchsetzen. Kleinfeld war 20 Jahre lang für den deutschen Siemens-Konzern tätig, dessen Vorstandsvorsitzender er von 2005 bis 2007 war.

Die wegen ihrer aggressiven Einmischung in Managementbelange bei Konzernchefs gefürchteten Elliott-Fonds hatten vor allem die Entwicklung des Aktienkurses und die Ausgabenpolitik unter Kleinfeld kritisiert.

nck/Reuters/dpa



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Marvin__ 18.04.2017
1. Strategie?
Es wäre interessant, mehr über die strategischen Optionen von Arconic zu erfahren. "Kleinfeld setzte auf Einsparungen, um die Gewinnmargen zu verbessern." Wenn ein Unternehmen die vereinbarten Ziele nicht erreicht, weil die Strategie die Vorstandsvorsitzenden nicht anschlägt, dann muss der Aufsichtsrat handeln. Unabhängig von Briefen, die vielleicht geschrieben wurden, und von der Mentalität der Investoren.
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