Klemmende Gaspedale Toyota drohen Milliardenkosten wegen Rückrufaktion

Das Debakel um Millionen klemmende Gaspedale dürfte Toyota teuer zu stehen kommen: Analysten rechnen mit Belastungen von bis zu fünf Milliarden Dollar im laufenden Jahr. Grund sind teure Rechtsstreitigkeiten, aufwendige Verkaufskampagnen und drohende Absatzeinbrüche.
Toyota-Gaspedal: Teure Rückrufaktion

Toyota-Gaspedal: Teure Rückrufaktion

Foto: Alan Diaz/ AP

New York - Auf Toyota kommen schwere Zeiten zu: Die gigantischen Rückrufaktionen wegen klemmender Gaspedale und anderen Mängeln könnten den Autoriesen im laufenden Jahr mehr als fünf Milliarden Dollar kosten. Zu dieser Einschätzung kommen Analysten, die das "Wall Street Journal" befragt hat.

Wie groß der finanzielle Schaden letztlich ausfällt, werde davon abhängen, wie stark die Rückrufaktionen die Absätze in Nordamerika beeinträchtigen, sagten die Experten. Nordamerika ist der größte Markt für Toyota. Trotz der negativen Medienberichterstattung sei der US-Marktanteil im Februar zunächst nur von 14 Prozent auf 12,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Toyota stemme sich derzeit mit einer teuren Absatzkampagne in den USA gegen einen Absatzeinbruch. Der Hersteller biete eine Finanzierung über fünf Jahre mit Null-Prozent-Zinsen oder wettbewerbsfähigen Leasingpreisen.

Teuer zu stehen kommen dürften Toyota auch juristische Auseinandersetzungen wegen der Rückrufaktion. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP wurden inzwischen 89 Sammelklagen in verschiedenen Städten von enttäuschten Toyota-Besitzern gegen den Hersteller eingereicht. Die Fahrer fordern den Ersatz des Wertverlustes, den gebrauchte Toyota-Modelle seit Beginn der Pannenwelle erlitten haben.

Bei rund sechs Millionen betroffenen Autos und einem Wertverlust von 500 Dollar pro Fahrzeug könnten Kosten von drei Milliarden Euro für Toyota entstehen. Nach einer Preisliste für Gebrauchtwagen sind die Preise für zurückgerufene Toyotas um 350 bis 750 Dollar gefallen. Bisher wurden in den USA 5,4 Millionen Stück zurückgerufen, weltweit mehr als 8 Millionen Stück.

In der Milliardensumme noch nicht enthalten sind Entschädigungen für Toyota-Fahrer nach Unfällen wegen der fehlerhaften Bremsen am Modell Prius oder wegen der klemmenden Gaspedale vieler anderer Modell. Bisher wurden der US-Straßenverkehrssicherheitsbehörde 52 Todesopfer nach Gaspedal-Unfällen gemeldet.

Der erste Prozess wegen der Wertverluste soll am 25. März vor einem Bundesgericht in San Diego stattfinden. Die Richter wollen auch darüber beraten, ob alle Sammelklagen zu einem Prozess zusammengefasst werden. Im Jahr 2008 hatte Toyota-Konkurrent Ford an 800.000 Besitzer von Explorer-Geländewagen Gutscheine über je 300 bis 500 Dollar verteilt. Der Restwert von gebrauchten Explorern war nach einer Unfallserie eingebrochen.

ssu/apn/ddp
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