Klier Deutschlands größte Friseurkette meldet Insolvenz an

Staatliche Überbrückungshilfen konnten die hohen Umsatzeinbußen während des Shutdowns nicht ausgleichen: Die Firma Klier ist zahlungsunfähig. Wie viele der rund 9200 Jobs gefährdet sind, ist bisher unklar.
Foto: Jens Büttner / dpa

Der Umsatzeinbruch in der Coronakrise hat Deutschlands größte Friseurkette Klier in die Insolvenz gedrückt. Das Amtsgericht am Firmenhauptsitz Wolfsburg eröffnete an diesem Dienstag das Verfahren, um Forderungen der Gläubiger zu prüfen. Wie viele der rund 9200 Jobs bei Klier gefährdet sind, ist bisher unklar.

Nachdem das Unternehmen Anfang September ein Schutzschirmverfahren beantragt hatte, machte das zuständige Gericht nun knapp drei Monate später den Weg für das Insolvenzhauptverfahren frei. Eine Gläubigerversammlung wurde für den 25. Februar 2021 angesetzt.

»Oberstes Ziel der Bemühungen ist neben der Fortführung und Neuaufstellung des Unternehmens, möglichst viele Salons und Shops sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten«, teilte das Unternehmen mit. Laut Unternehmenschef Michael Melzer müsse Klier sich »leider von dauerhaft unprofitablen Salons und Shops trennen«. Nur so könnten das Unternehmen als Ganzes erhalten und die große Mehrheit der Arbeitsplätze gesichert werden.

Corona-Shutdown belastete das Geschäft erheblich

Während des vorgeschalteten Schutzschirmverfahrens war das Restvermögen von Klier zunächst vor äußeren Zugriffen geschützt. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, noch nach weiteren Lösungen zu suchen, ohne dass förmlich Insolvenz angemeldet wird. Die Geschäftsleitung bleibt im Amt, ihr wird allerdings ein Sachwalter zur Seite gestellt. Klier ließ im September mitteilen, man wolle sich »in eigener Verantwortung nachhaltig sanieren und zukunftsfähig aufstellen«.

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Zuvor hatten auch Überbrückungshilfen die hohen Einnahmeeinbußen bei Klier besonders während des Shutdowns im Frühjahr nicht ausgleichen können – etliche Friseurbetriebe hatten damals zeitweise komplett schließen müssen.

Die Klier-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben die bundesweit größte Zahl an Friseurfilialen. Neben rund 1400 Niederlassungen im Inland gibt es zahlreiche weitere Standorte in anderen Ländern Europas. Auch Marken wie Essanelle oder Super Cut gehören dazu.

hej/dpa
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