Internationale Energieagentur Weltweiter Kohleverbrauch auf Rekordniveau
Braunkohlekraftwerk Niederaußem in NRW: In China wurde 2023 deutlich mehr Kohle verbraucht
Foto: Oliver Berg / dpa
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Weltweit ist noch nie so viel Kohle verheizt worden wie 2023. Der Gesamtverbrauch des fossilen und damit klimaschädlichen Brennstoffs sei um 1,4 Prozent auf 8,5 Milliarden Tonnen angestiegen, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris mit. Besonders der Verbrauch in Asien hat vergangenes Jahr beträchtlich zugenommen.
Allein in China wurden den IEA-Angaben zufolge 220 Millionen Tonnen Kohle mehr verbraucht als im Vorjahr, was einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. Damit verbraucht die Volksrepublik mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleproduktion. Etwa 60 Prozent der Kohle wird in China zur Stromproduktion genutzt.
Kohleverbrauch in Russland aktuell schwer ermittelbar
In Indien wurde nach Angaben der IEA ein Anstieg von acht Prozent verzeichnet. Der Verbrauch in Indonesien nahm um elf Prozent zu. Der Kohleverbrauch wird dort auch durch die Produktion von Nickel angekurbelt, das für Batterien von E-Autos benötigt wird.
An weltweit vierter Stelle steht Russland. Die IEA bemerkt jedoch, dass der Verbrauch wegen des Kriegs gegen die Ukraine sich derzeit schlecht ermitteln lasse.
In Europa ging der Kohleverbrauch laut der Internationalen Energieagentur um 23 Prozent zurück, in den USA sank er um 21 Prozent. Dies ist vor allem auf eine schwächere Industrietätigkeit und die Abkehr von der Kohleverstromung zugunsten der erneuerbaren Energien zurückzuführen.
Die Weltklimakonferenz in Dubai hatte am Mittwoch den Anfang vom Ende der fossilen Energieerzeugung beschlossen. Die fast 200 teilnehmenden Länder einigten sich nach zweiwöchigen Verhandlungen erstmals auf einen Text, der zu einem Übergang weg von fossilen Energien aufruft.
Zugleich zeichnet sich bereits ab, dass 2023 weltweit das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wird. Lesen Sie hier ein Interview mit IEA-Chef Fatih Birol, unter anderem zu den Klimafolgen der aktuellen Energiepolitik .