Umwelt Energiekonzerne fordern Mitsprache bei Klimaschutz

Der Klimaschutz kommt wieder auf die Agenda, das alarmiert offenbar europäische Konzerne. Shell, BP und andere fordern ein Mitspracherecht bei den Verhandlungen, besonders bei der Schaffung eines globalen CO2-Handelssystems.
BP-Werbung (in Moskau): "Wichtige Interessensgebiete"

BP-Werbung (in Moskau): "Wichtige Interessensgebiete"

Foto: Sergei Ilnitsky/ picture alliance / dpa

In diesem Jahr soll die internationale Gemeinschaft endlich verbindliche Vereinbarungen zum Klimaschutz beschließen. Im Dezember findet in Paris der nächste Klimagipfel statt, auch beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau steht das Thema Ende dieser Woche auf der Tagesordnung.

Nun fordern sechs große europäische Energieversorger laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") ein Mitspracherecht. "Wir schulden künftigen Generationen realistische, machbare Lösungen für die Herausforderung, mehr Energie bereitzustellen und zugleich den Klimawandel zu bekämpfen", zitiert die Zeitung aus einem Brief der Vorstandschefs von Shell  , BP, Total  , Statoil  , Eni   und BG an die UN-Klimabeauftragte Christiana Figueres. Die Unternehmen bitten um einen "direkten Dialog mit der Uno und interessierten Regierungen".

Konkret wollen die Firmen nach eigener Aussage bei der Schaffung eines globalen CO2-Handelssystems mitwirken. In diesem Bereich hätten sie "wichtige Interessensgebiete" heißt es in dem Schreiben weiter. Die Ausweitung eines Handelssystems, wie es die EU eingeführt hat, sei die beste Möglichkeit, klimafreundliche Investitionen zu fördern. Zwar bedeute es für die Unternehmen zusätzliche Kosten, würde aber auch einheitliche Wettbewerbsbedingungen schaffen.

So wie jetzt die Energiefirmen argumentieren Wirtschaftsvertreter häufig, ein CO2-Handel sei nur im globalen Maßstab sinnvoll. Angesichts unterschiedlicher Interessen ist ein solches System bislang jedoch wenig realistisch. Viele Klimaschützer fordern deshalb, die Industriestaaten müssten notfalls mit gutem Beispiel vorangehen. Die EU hat als bislang einzige Region ein CO2-Handelssystem eingeführt, das jedoch unter einem massiven Preisverfall leidet.

Auf Druck kritischer Investoren hatten sich BP, Shell und andere Firmen in den vergangenen Monaten dazu bekannt, die eigene Konzernstrategie mit Blick auf den Klimawandel zu überprüfen. Damit gingen sie zumindest weiter als die US-Konzerne Exxon Mobil   und Chevron  . Diese erklärten, sie hätten kein Interesse, sich an solchen Initiativen zu beteiligen. Exxon-Chef Rex Tillerson erklärte, sein Unternehmen werde in Sachen Klimapolitik nichts "vortäuschen". Chevrons Vorstandsvorsitzender John Watson sagte: "Wir denken, wir können unsere Stellungnahmen abgeben und unsere Stellungnahmen sprechen für sich."

dab