Abschied vom Diesel-Lkw Daimler schmiedet Wasserstoff-Partnerschaft mit Total

Haben stinkende Brummis auf Fernstraßen bald ausgedient? Daimler und Totalenergies wollen gemeinsam die Entwicklung von Wasserstoff-Lkw vorantreiben.
Wasserstoff-Prototyp von Daimler

Wasserstoff-Prototyp von Daimler

Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstock

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck verbündet sich für Entwicklung und Bau von Wasserstoff-Lkw mit dem französischen Energiegiganten Totalenergies (seit Mai 2021 ist das der neue Name des Total-Konzerns ). Zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Schwerlastwagen wurde am Mittwoch eine Vereinbarung unterzeichnet, wie die Unternehmen gemeinsam mitteilten.

Bei der Zukunftstechnik wollen Daimler Truck und Totalenergies nach eigenem Bekunden eine führende Rolle einnehmen. Daimler Truck hatte bereits deutlich gemacht, beim Übergang vom klassischen Diesel- und Benzin-getriebenen Verbrennungsmotor zu neuen Antrieben auf Brennstoffzelle und Batterie zu setzen. Daimler ist einer der weltweit führenden Hersteller von Nutzfahrzeugen und beschäftigt über 100.000 Menschen.

Daimlers Lkw-Sparte mit etwa 40 Milliarden Euro bewertet

Totalenergies wiederum zählt zu den weltweit größten Energiekonzernen. Die beiden Konzerne wollen beim Beschaffen von Wasserstoff und beim Entwickeln von Wasserstoff-Lkw kooperieren. Totalenergies plane, bis 2030 »direkt oder indirekt bis zu 150 Wasserstofftankstellen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich zu betreiben«. Daimler Truck wolle seinerseits bis 2025 auch wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Lkw an seine Kunden in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich liefern.

Daimler Truck soll von Daimler abgespalten und bis Weihnachten an die Börse gebracht werden – ein genauer Termin steht noch nicht fest. Daimler war bereits im September zur Versorgung seiner Elektroautos in die Batteriezell-Allianz von Stellantis und Totalenergies eingestiegen und hatte damit ein deutsch-französisches Vorzeigeprojekt erheblich gestärkt.

Daimler plant, 65 Prozent der Truck-Aktien an seine derzeitigen Aktionäre zu verteilen. Von der Aufspaltung erwartet sich Daimler eine höhere Bewertung der beiden dann getrennten Konzernteile, weil Investoren Konglomerate nicht schätzen. Der mögliche Börsenwert von Daimler Truck wird von Experten derzeit auf bis zu 40 Milliarden Euro taxiert.

beb/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.