Preise für CO2 Dax-Konzerne dringen auf strengere Regeln beim Klimaschutz

Wie kann der CO2-Ausstoß gesenkt werden? Nachdem Union und SPD sich nicht auf Preise für das Treibhausgas einigen konnten, sind laut einem Zeitungsbericht nun selbst Unternehmen für strengere Regeln.
Greenpeace-Protest vor dem Kanzleramt (Archiv)

Greenpeace-Protest vor dem Kanzleramt (Archiv)

Foto: Paul Zinken/ dpa

Große deutsche Unternehmen dringen laut einem Bericht auf schärfere Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Eine eigene Umfrage habe ergeben, dass der Koalitionsvertrag von Union und SPD den Unternehmen bei diesem Thema nicht weit genug gehe, berichtete das "Handelsblatt ". Im Mittelpunkt steht demnach die Forderung nach Einführung eines Preises für Kohlenstoffdioxid (CO2).

Der Münchner Industriekonzern Siemens betont dem Blatt zufolge, sich bereits der "Carbon Pricing Leadership Coalition" angeschlossen zu haben - einer Initiative der Weltbank, die das Thema international vorantreibt. Der CO2-Preis müsse hoch genug sein, "um eine Umstellung auf kohlenstoffarme Technologien im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gang zu setzen", heißt es bei Siemens dem "Handelsblatt" zufolge weiter.

Auch die Deutsche Post fordert demnach einen "idealerweise globalen, marktbasierten Mechanismus, um CO2-Emissionen einen fairen Preis zu geben". Die Commerzbank unterstütze den Plan, einen globalen CO2-Preis einzuführen.

Fast alle Dax-Konzerne argumentieren laut dem Bericht ähnlich. Der Vorstoß sei ungewöhnlich. Normalerweise presche die Wirtschaft nicht freiwillig bei Themen vor, die sie erst einmal belasteten.

CDU, CSU und SPD hatten sich bei den Koalitionsverhandlungen nicht auf eine CO2-Bepreisung einigen können, die nach Einschätzung vieler Fachleute als der Schlüssel für rasche Erfolge im Klimaschutz gilt.

Bislang wird CO2 nur im Emissionshandel mit einem Preis versehen, der allerdings nur die Bereiche Industrie und Stromerzeugung erfasst. Der Verkehrs- und der Wärmesektor sowie die Landwirtschaft sind bisher nicht betroffen. Nach Ansicht von Experten müssten Preise in allen volkswirtschaftlichen Sektoren eingeführt werden.

apr/AFP

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