Klimaschutz im Flugverkehr Air France betankt Airbus mit Speiseöl – und lässt ihn über den Atlantik fliegen

Wie lässt sich die Klimabilanz von Flugreisen verbessern? Die Fluglinie Air France hat nun einem Jet altes Speiseöl in den Tank beigemischt – und ihn nach Kanada fliegen lassen.
Air France Pilot-Flieger vor dem Start in Paris

Air France Pilot-Flieger vor dem Start in Paris

Foto: ERIC PIERMONT / AFP

Die Fluggesellschaft Air France ist nach eigenen Angaben erstmals mit einem nachhaltigen Treibstoff aus Speiseöl aus französischer Produktion zu einem Langstreckenflug aufgebrochen. Besser gesagt: mit einem Gemisch aus klassischem Kerosin und altem Speiseöl. Die Maschine des Typs Airbus A-350 sei am Dienstagnachmittag vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle in Richtung Montréal in Kanada abgehoben, teilte das Unternehmen mit.

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Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat sich mit dem Energiekonzern Total, dem Flugzeugbauer Airbus und dem Flughafenbetreiber ADP zusammengetan, um Techniken zu entwickeln, wie sich der Luftverkehr umweltfreundlicher machen lassen könnte.

Experimente auch mit Senföl

Biotreibstoffe auf Basis von Speisölen könnten die CO2-Emissionen des Luftverkehrs deutlich verringern. Sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt.

Die Tanks seien mit einem Gemisch aus Kerosin und 16 Prozent Biokraftstoff gefüllt, schrieb der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, auf Twitter. Der Biokraftstoff wurde aus Abfällen und Reststoffen in Frankreich hergestellt. Die Airline teilte mit, durch die Beimischung könnten pro Flug insgesamt 20 Tonne CO₂ eingespart werden.

Immer wieder experimentieren Fluggesellschaften mit dem Biosprit SAF, der zurzeit deutlich teurer als normales Kerosin ist. »Die Herausforderung besteht darin, mehr davon zu produzieren, um den Preis zu senken«, schrieb Djebbari.

Frankreich hat sich zum Ziel gesetzt, den SAF-Anteil am Gesamtverbrauch der Flugzeugtreibstoffe auf ein Prozent zu erhöhen. Bis 2025 soll dieser Anteil auf zwei Prozent steigen, 2030 sollen es dann fünf Prozent sein.

Vor einigen Jahren hatte bereits die australische Fluglinie Quantas ein ähnliches Pilotprojekt begonnen: Sie ließ einen Boeing-»Dreamliner« mit Senföl fliegen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Überschrift hieß es, die Fluglinie habe einen Jumbo für das Projekt genutzt. Dieser Begriff hat sich allerdings für Maschinen des Typs Boeing 747 eingebürgert. Wir haben die Stelle entsprechend konkretisiert.

beb/dpa