Steigende Rohstoff- und Logistikkosten Klopapierhersteller kündigt drastische Preiserhöhung an

So knapp wie zu Beginn der Coronapandemie ist Toilettenpapier längst nicht mehr – aber es dürfte wohl bald vielerorts teurer werden. Ein großer Produzent stimmt die Kunden auf steigende Preise ein.
Ein Großeinkauf von Toiletten- und Küchenpapier

Ein Großeinkauf von Toiletten- und Küchenpapier

Foto: Rene Traut / dpa

Nicht jeder kann spontan etwas mit dem Firmennamen Essity anfangen. Das Kunstwort fasst die englischen Begriffe »Essentials« (Wesentliches) und »Necessities« (Notwendigkeiten) zusammen. Aber wenn man weiß, dass das schwedische Unternehmen zu den ganz großen Herstellern von Hygienepapier gehört, macht der Name durchaus Sinn – denn solche Produkte sind in der Tat ziemlich notwendig und wesentlich. Zum Beispiel das Toilettenpapier.

Falls sich noch jemand an die scheinbar endlos zurückliegenden Anfänge der Coronapandemie im vergangenen Jahr erinnern kann: Das war das Zeug, das man entweder in rauen Mengen zu Hause gehortet hatte – oder das im Supermarkt auf einmal nicht mehr zu bekommen war: Toilettenpapier, Taschen- und Küchentücher.

Die Zeit der Knappheit ist natürlich längst vorbei, doch nun kommt doch wieder eine schlechte Nachricht: Essity hat angekündigt, dass die Produkte deutlich teurer werden. Man werde die Preise um insgesamt knapp 20 Prozent erhöhen müssen, »um die Kostenentwicklung auszugleichen«, sagte der Chef des Konsumgütergeschäfts der Firma, Volker Zöller, dem Nachrichtenportal »T-Online« . »Was sich die letzten Wochen in unserer Branche getan hat, ist nicht mehr normal.«

Firma will Verträge anpassen

Toilettenpapier wird aus Recycling-Materialien wie Altpapier und aus kurzfaserigem Zellstoff, etwa aus Eukalyptusholz, hergestellt. Besonders die Zellstoffpreise seien »durch die Decke gegangen«, erklärt Essity nun. Dazu kämen die momentanen Logistikprobleme. »Die Logistikpreise haben sich zum Teil vervierfacht. Das hat die Lage zusätzlich verschärft«, sagte Zöller. »In den nächsten Monaten wird sich die Lage nicht entspannen. Preiserhöhungen sind daher unausweichlich.«

Man werde alsbald in Gespräche mit dem Handel eintreten, wenn nicht schon geschehen. »Mit den meisten Kunden haben wir offene Verträge, da können wir schneller reagieren. Doch auch langfristige Verträge müssen dringend angepasst werden«, betonte Zöller. »Ich gehe davon aus, dass sich die Kostenentwicklung auch in den Regalpreisen widerspiegeln wird.«

Essity vertreibt Marken wie Zewa, Tempo und Tork. Zu den wichtigsten Wettbewerbern der Firma gehören die italienische Sofidel mit ihren Regina-Produkten sowie das deutsche Unternehmen Wepa, das unter anderem viele Eigenmarken im Auftrag von Einzelhandelsketten herstellt.

chs/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.