Abschied vom Traditionszweig Kodak verkauft sein Filmgeschäft

Wer Kodak hört, denkt an Filmrollen. Doch dieses Geschäft soll für die Zukunft des insolventen Konzerns keine Rolle mehr spielen und verkauft werden. Stattdessen will Kodak als Druckerspezialist überleben - bisher mit nur mäßigem Erfolg.

Leere Kodak-Filmhüllen: Abschied vom einstigen Kerngeschäft
AFP

Leere Kodak-Filmhüllen: Abschied vom einstigen Kerngeschäft


Rochester - Kodak war Pionier der Fotografie. Doch weil das Unternehmen die Digitalisierung verschlafen hat, muss es ums Überleben kämpfen. Nun will der Konzern radikal mit der Vergangenheit brechen und stellt sein Geschäft mit Fotofilmen zum Verkauf. Es war einst der Grundstein zum Weltkonzern.

Auch weitere Geschäftszweige wie Scanner oder Fotostationen zum Ausdrucken von Bildern sollen abgestoßen werden. Bis Mitte kommenden Jahres will Kodak Käufer finden.

Firmenchef Antonio Perez zeigte sich zuversichtlich, dass der Neuanfang gelingt. "Wir formen Kodak neu", sagte er. Bisher läuft die Sanierung des Konzerns aber schleppend. Bereits seit längerem versucht Perez, das Unternehmen als Druckerspezialisten neu zu erfinden.

Auch mit der Versteigerung von Patenten will der Konzern Geld verdienen, um sein Geschäft aufzubauen. Allerdings verlor Kodak hier einen wichtigen Rechtsstreit. Es zeichnet sich ab, dass Kodak nicht annähernd soviel Geld für seine geschützten Ideen bekommt, wie erhofft. Die Verhandlungen liefen weiter, erklärte der Konzern. Es könne aber auch sein, dass man die Patente am Ende behalte.

Anfang des Jahres rutschte Kodak in die Insolvenz. Das Unternehmen ist aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und digitalen Bilderrahmen ausgestiegen. Früher waren Filme und Fotopapier eine sichere Einnahmequelle für Kodak und Rivalen wie Agfa. Der Umbruch zur Digitalfotografie veränderte die Branche aber radikal. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Umsatz von Kodak um mehr als ein Viertel auf zwei Milliarden Dollar und der Verlust stieg auf 665 Millionen Dollar.

mmq/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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ArnoNym 24.08.2012
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Zitat von sysopAFPWer Kodak hört, denkt an Filmrollen. Doch dieses Geschäft soll für die Zukunft des insolventen Konzerns keine Rolle mehr spielen und verkauft werden. Stattdessen will Kodak als Druckerspezialist überleben - bisher mit nur mäßigem Erfolg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,851810,00.html
Das verstehe ich nicht: Filme werden auch in Zukunft benötigt - zwar nicht mehr so viele wie in der Prä-Digitalzeit. Und Digitalfotos werden im Labor auf konventionelles Fotopapier ausbelichtet. Auch hier ist der Bedarf (Summe analog plus digital) zwar zurückgegangen, aber es gibt durchaus einen Bedarf. Die Produktionsanlagen für Papier und Chemie sind ja noch da und wahrscheinlich schon lange abgeschrieben. Insofern verstehe ich nicht, warum man diese Sparte nciht gesundschrumpft und lukrativ weiterbetreibt. Konkurrenz gibt's ja außer Fuji keine mehr.
vogelskipper 24.08.2012
2. Verschlafen?
>>Doch weil das Unternehmen die Digitalisierung verschlafen hat...
Toncontin 24.08.2012
3. optional
"Auch weitere Geschäftszweige wie Scanner oder Fotostationen zum Ausdrucken von Bildern sollen abgestoßen werden." ... Die Fotostationen, die jetzt nach und nach jeder poplige Drogeriemarkt bekommt und die von Kunden erstaunlich gut angenommen werden?! Der Verkauf des Filmgeschäfts ist mir ebenfalls schleierhaft, wie mein Vorredner schon sagte, gesundschrumpfen und weiterlaufen lassen, wo ist das Problem? Kodak ist vermutlich wirklich dem Untergang geweiht. Schade.
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