Klimaranking Versicherer ziehen sich aus Kohlegeschäft zurück

23 der weltweit 30 größten Versicherer haben laut einer Erhebung von »Insure our Future« in den vergangenen Jahren ihr Kohlegeschäft entweder beendet oder eingeschränkt. Die Unternehmen der Branche stellt das vor Probleme.
Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg: Schwieriger und teurer, sich zu versichern

Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg: Schwieriger und teurer, sich zu versichern

Foto: Patrick Pleul / dpa

Immer mehr Versicherer ziehen sich einer Studie von Umweltschutzorganisationen zufolge aus dem Kohlegeschäft zurück. Für Bergwerke und andere Unternehmen der Kohleindustrie wird es demnach zunehmend schwieriger, sich zu versichern. Entsprechende Deckungen werden teurer.

23 der weltweit 30 größten Versicherer hätten in den vergangenen drei Jahren ihr Kohlegeschäft entweder beendet oder eingeschränkt, berichtete »Insure our Future«, ein Zusammenschluss von Klima- und Umweltinitiativen aus den USA, mehreren europäischen Ländern und einigen anderen Nationen. Das waren sechs Versicherer mehr als noch vor einem Jahr.

Die Klimaschützer forderten die Branche auf, auch aus dem Öl- und Gasgeschäft auszusteigen, in diesem Bereich hat sich die Versicherungsbranche den Angaben zufolge bisher sehr viel weniger Selbstverpflichtungen auferlegt.

Greenpeace-Aktivistin Asti Roesle sagte laut der Schweizer »Handelszeitung «, es brauche noch viel, um auch einen Übergang im Öl- und Gassektor zu erreichen. »Insbesondere Zurich ist nun als eine der drei größten Versicherungen im globalen Öl- und Gasmarkt stark gefordert.«

Kohleaktien als schlechte Kapitalanlage

Was die Kohle betrifft, ziehen sich viele Unternehmen laut dem mittlerweile zum vierten Mal veröffentlichten »Insure our Future«-Report auch bei ihren Kapitalanlagen aus Kohleinvestitionen zurück. Demnach haben sich insgesamt 65 Versicherungsunternehmen mit einem Portfolio in Höhe von insgesamt zwölf Billionen Dollar verpflichtet, keine neuen Gelder mehr in der Kohlebranche anzulegen oder ihre bestehenden Investitionen zu reduzieren.

Allerdings ist das tätige Bekenntnis zum Klimaschutz laut der Studie weitgehend auf europäische und australische Versicherer beschränkt. Große Versicherungen in den USA und Ostasien sowie die britische Versicherungsbörse Lloyd's erlegen sich der Studie zufolge weniger Beschränkungen auf. Die Autoren werteten sowohl öffentlich verfügbare Informationen als auch die Antworten von 20 Versicherungen aus, die den Fragenkatalog der Klimaschützer beantworteten.

Deutsches Mitglied von »Insure our Future« ist die Initiative Urgewald, die viele Manager und Aktionäre von deren Auftritten bei Hauptversammlungen kennen. Die Organisation veröffentlicht darüber hinaus auch alljährlich ein internationales Klimaranking der Versicherungen. Platz eins belegt die französische Axa, bestes deutsches Unternehmen ist die Hannover Re auf Rang drei, gefolgt von Munich Re (5.), HDI (9.) und Allianz (11.).

apr/dpa