Kohleausstieg trotz Gas-Frühwarnung RWE legt weiteren Braunkohle-Kraftwerksblock still

Der Energiekonzern RWE will im Zuge des Kohleausstiegs einen weiteren Braunkohle-Kraftwerksblock stilllegen. Angesichts eines drohenden Gasmangels soll das Kraftwerk allerdings für kurze Zeit »konserviert« werden.
Braunkohlekraftwerk Neurath bei Grevenbroich (Archivfoto)

Braunkohlekraftwerk Neurath bei Grevenbroich (Archivfoto)

Foto: Oliver Berg/ picture-alliance/ dpa

Der Energiekonzern RWE will einen 300-Megawatt-Block seines Braunkohlekraftwerks in Neurath trotz der Debatte über einen drohenden Gasmangel am Freitag wie geplant stilllegen. Das bedeutet aber noch kein endgültiges Aus für den ältesten Block des Kraftwerks, teilte der Konzern mit: »Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine mögliche Reduzierung des Gasverbrauchs in der Stromerzeugung wird RWE den Block für kurze Zeit konservieren.«

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters gibt es Überlegungen, den Kraftwerksblock für die sogenannte Sicherheitsbereitschaft zu nutzen. In dieser Notfallreserve stehen Anlagen, die zwar abgeschaltet sind, sich aber kurzfristig wieder aktivieren lassen. Das betrifft derzeit nach früheren Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium Kraftwerke mit einer Leistung von 1900 Megawatt. Sie könnten im Notfall zeitweise ans Netz gehen, um den Gasverbrauch bei der Stromerzeugung zu verringern. Für Kraftwerke, die sich in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft befinden, erhalten die Betreiber eine Vergütung.

»Wir arbeiten seitens der Bundesregierung mit Hochdruck daran, die Vorsorge zu stärken«, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums von Robert Habeck (Grüne). »Auch im Bereich Braunkohle prüfen wir, welchen zusätzlichen Beitrag die Braunkohle für den kommenden Winter leisten kann und muss, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.« Das Ministerium begrüße die RWE-Entscheidung, den Kraftwerksblock zunächst zu konservieren. Das Unternehmen sicherte zu, alle Maßnahmen zu unterlassen, die eine Wiederinbetriebnahme gefährden könnten.

Habeck hatte am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, weil sich durch den Ukrainekrieg die Versorgung mit Gas verschlechtern könnte. Der Minister unterstrich aber, dass es derzeit keine Versorgungsengpässe gebe.

hej/Reuters
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