Weltweite Konflikte Bundesregierung erwartet schwächeres Wachstum

Die Ukraine-Krise und der Nahost-Konflikt verunsichern Unternehmer und Börsianer. Der ZEW-Konjunkturindex stürzt ab, auch die Bundesregierung rechnet mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums.

Dampfturbinenwerk in Oberhausen: Es läuft nicht mehr so rund
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Dampfturbinenwerk in Oberhausen: Es läuft nicht mehr so rund


Berlin - Die wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Konflikte erreichen Deutschland: Die Bundesregierung erwartet wegen der Krise einen Rückgang der Konjunktur. "Nach dem starken ersten Quartal kommt es zu einer Abschwächung im zweiten Quartal", schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht. Ein Grund dafür seien neben der nur langsamen Erholung des Euroraums von der Finanzkrise vor allem geopolitische Spannungen.

"Insbesondere der Russland-Ukraine-Konflikt, aber auch die Entwicklungen im Nahen Osten führten zu einer zunehmenden Verunsicherung der Marktteilnehmer und damit auch zur Zurückhaltung bei unternehmerischen Entscheidungen", heißt es in dem Bericht. Die positive Grundtendenz in der deutschen Wirtschaft sei zwar nach wie vor intakt, doch hätten sich die Risiken von außen "fraglos erhöht".

"Die Nervosität könnte sich wieder legen"

Auch die Wachstumserwartungen deutscher Finanzexperten sind wegen internationaler Krisen deutlich stärker zurückgegangen als erwartet. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Konjunkturindex brach im Vergleich zum Vormonat um 18,5 Punkte auf 8,6 Zähler ein, wie das Institut mitteilte. Dies ist der achte Rückgang in Folge und der stärkste Einbruch seit Juni 2012. Damit steht der Index so tief wie seit Dezember 2012 nicht mehr.

"Die konjunkturelle Aufbruchstimmung ist dahin. Stattdessen macht sich Konjunkturskepsis breit - vor allem wegen der geopolitischen Lage", sagte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Ein Konjunktureinbruch sei jedoch nicht zu befürchten, wohl aber müssten "Abstriche beim Wachstum" hingenommen werden. Christian Schulz von der Berenberg Bank warnte vor Panik: "In den kommenden Monaten könnte sich die Nervosität wieder legen, wenn die Nachrichten aus der Ostukraine positiver werden und das gar nicht so schlechte Wachstum der Weltwirtschaft wieder in den Vordergrund rückt."

Auch am deutschen Leitindex zeigt sich die Verunsicherung der Anleger: Der Dax verlor am Dienstag 0,3 Prozent auf 9150 Zähler. Am Freitag war der Kurs zuletzt unter die Marke von 9000 Punkten gerutscht.

mxw/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 14 Beiträge
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Schraube 12.08.2014
1. Was ist denn da los!?
Kann der Konjunktur nicht befohlen werden, dass sie sich beim Russland-Bashing einreiht, wie sonst alle Welt mit Ehr' im Leib und Dollar in der Depot?
echobravo 12.08.2014
2. ah ja
...Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den unsicheren Rahmenbedingungen wollen wir unser Unternehmen schlanker gestalten. Gerne nutzen wir Werkverträge um neue Ressourcen zu akquirieren. So oder so ähnlich werden die nächsten Mitteilungen der meisten Unternehmen lauten...
sigurdkruck 12.08.2014
3. sanktionen über russland
es wird für die EU sehr schlecht ausgehen. Das großmaus Rasmußen bläst dümmlich in das noch kleine Feuer. Haben wir vergessen, das die Rote Armee mit sonnen- blumenkernen in der einen Tasche und Patronen in der anderen bis nach Berlin kam ! Wenn der russische Bär wütend wird, steht er sehr bald in Kiew und dann möchte ich Obamas Gesicht mal sehen.
naklar? 12.08.2014
4. Zum Glück haben die Regenten schon längst Ihren Sündenbock ...
... für den längst vorhersehbaren Niedergang unseres derzeitigen Wirtschaftssytem gefunden in Form von Putin und seinem Russland. Dann können die mal getrost hoffen, das möglichst viele Bürger dies auch so sehen. Aber die Chancen stehen gut, da immer mehr Bürger lesefaul geworden sind und unser Staatsfunk vorzüglich ausgebaut wurde.
Absurdistan-Veteran 12.08.2014
5. Der Aufschwung kommt
Die wundersame Erholung wird schon im dritten Quartal einsetzen. Ab September gilt nämlich das neue System zur Berechnung des BIP nach ESVG (Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung). http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bruttoinlandsprodukt-bip-kuenftig-mit-drogenhandel-und-tabakschmuggel-a-960620.html
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