Ifo-Index Wirtschaft blickt wieder optimistischer in die Zukunft

Zum Jahresende hellt sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft auf. Der Ifo-Index stieg kräftiger als von einigen Ökonomen erwartet - und erreichte den höchsten Stand seit einem halben Jahr.
Maschinenbauer in Schwanau: Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hellt sich auf

Maschinenbauer in Schwanau: Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hellt sich auf

Foto: Patrick Hertzog/ AFP

Zum Jahresende hat sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft aufgehellt. Der wichtigste deutsche Konjunkturindikator, der Ifo-Index, stieg im Dezember um 1,2 auf 96,3 Punkte. Das ist der höchste Stand seit einem halben Jahr, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg auf nur 95,5 Punkte gerechnet.

Die rund 9000 für den Ifo-Index befragten Unternehmen beurteilten die Geschäftslage sowie die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als im Vormonat, als der Index noch saisonbereinigt bei 95,1 Punkten lag. "Die deutsche Wirtschaft geht zuversichtlicher ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Umfrageergebnisse für die einzelnen Branchen:

  • In der Industrie schätzen die Firmen ihre aktuelle Lage laut Ifo-Umfrage zwar etwas schlechter als im November ein. Für die kommenden Monate sind die Firmeninhaber der Branche aber "merklich weniger pessimistisch", heißt es in der Mitteilung.

  • In der Dienstleistungsbranche stieg der Index auf den höchsten Wert seit einem halben Jahr. Die Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage "merklich besser" ein, mit Blick auf die kommenden Monate sei "vorsichtiger Optimismus" aufgekommen.

  • Im Handel waren die Unternehmen im Weihnachtsmonat Dezember etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage als im Vormonat. Für die kommenden Monate sind sie aber pessimistischer als noch im November.

  • Auch das Bauhauptgewerbe hat pessimistischere Erwartungen. Die aktuelle Lage hingegen bewertet die Branche weiterhin sehr gut.

Noch im August hatte der Index den tiefsten Stand seit Ende 2012 erreicht, danach wuchs er leicht im September, blieb im Oktober stabil und legte im November wieder etwas zu.

Lesen Sie hier: So steht es um die Konjunkturaussichten für einzelne Branchen

Im dritten Quartal 2019 war die deutsche Wirtschaft mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent nur knapp einer Rezession entgangen. Im zweiten Quartal war das BIP noch um 0,2 geschrumpft. Eine sogenannte technische Rezession tritt ein, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge sinkt.

kko/Reuters/dpa/AFP
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