Minus zehn Prozent Auftragseinbruch belastet Maschinenbauer

Die Geschäftslage der deutschen Maschinenbauer hat sich spürbar verschlechtert. Im ersten Quartal erhielt die Branche zehn Prozent weniger Aufträge als noch vor einem Jahr.

Fertigung bei Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch: Vor allem deutsche Unternehmen erteilten der Maschinenbaubranche weniger neue Aufträge
Uwe Anspach / DPA

Fertigung bei Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch: Vor allem deutsche Unternehmen erteilten der Maschinenbaubranche weniger neue Aufträge


Wenn die Konjunktur schlechter zu laufen beginnt, bekommt das eine Branche stets besonders früh und ausgeprägt zu spüren: der Maschinenbau. Im März mussten die deutschen Maschinenbauer bereits den vierten monatlichen Rückgang bei den Auftragseingängen hintereinander hinnehmen. Im Zeitraum von Januar bis März gingen bei der exportorientierten deutschen Schlüsselindustrie insgesamt preisbereinigt zehn Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahreszeitraum, wie der Branchenverband VDMA mitteilt.

Auch für den März allein betrug das Minus im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2018 zehn Prozent. Dabei war der Rückgang der Bestellungen aus dem Inland besonders ausgeprägt, er lag bei minus 15 Prozent.

"Die exportgetriebene deutsche Industrie kann sich nicht abkoppeln von der globalen Verunsicherung", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Bestellungen aus dem Ausland verfehlten ihr Vorjahresniveau etwas weniger stark, aber immer noch deutlich um acht Prozent.

Außer der schwächeren weltweiten Konjunktur gelten auch die internationalen Handelskonflikte als Belastung für die mittelständisch geprägte Branche. Insbesondere der Streit zwischen den USA und China spitzt sich derzeit wieder unerwartet zu.

(Einen Überblick über die verschiedenen Frühindikatoren für die Konjunktur finden Sie hier.)

Dennoch erwartet der VDMA dieses Jahr noch ein Wachstum bei der tatsächlichen Produktion. Allerdings senkte der Verband die preisbereinigte Prognose dafür auf nur noch ein Prozent. Ursprünglich hatten die Maschinenbauer ein Plus von zwei Prozent erwartet. Im Vorjahr hatten sie ein Produktionsplus von 2,1 Prozent erreicht.

fdi/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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jana45 06.05.2019
1. Es wird zu wenig in die Produktion investiert.
Die Chinesen investieren ihr Geld in Produktion und Infrastruktur. Deutschland hat zwar einen Exportüberschuss - doch ein großer Teil der Gewinne bleiben nicht im Land - werden vom Ausland abgezogen oder ins Ausland transferiert - es gibt ein Kapitaldefizit. Auch viele Firmen und Immobilien sind teilweise oder vollständig in ausländischer Hand. Das ist kein Vorwurf an das Ausland, soll nur sagen, dass hier zu wenig investiert wird.
so-long 07.05.2019
2. Dafür
Zitat von jana45Die Chinesen investieren ihr Geld in Produktion und Infrastruktur. Deutschland hat zwar einen Exportüberschuss - doch ein großer Teil der Gewinne bleiben nicht im Land - werden vom Ausland abgezogen oder ins Ausland transferiert - es gibt ein Kapitaldefizit. Auch viele Firmen und Immobilien sind teilweise oder vollständig in ausländischer Hand. Das ist kein Vorwurf an das Ausland, soll nur sagen, dass hier zu wenig investiert wird.
Bunkern die D Milliarden auf Sparbüchern. Und fordern die Enteignung von Aktionären.
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