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06. September 2011, 13:36 Uhr

Konjunkturprognose

China droht Ende des Wirtschaftsbooms

Die Rekordjagd geht zu Ende: Wegen der Schuldenkrise in Europa und der schwachen Weltwirtschaft rechnen Chinas staatliche Ökonome für das kommende Jahr mit einem verlangsamten Wachstum. Die Nachfrage nach chinesischen Exporten lässt weltweit nach.

Peking - Die sich anbahnende Wirtschaftskrise geht auch am boomenden China offenbar nicht spurlos vorbei. Das Bruttoinlandsprodukt könne im kommenden Jahr erstmals seit 2001 um weniger als neun Prozent wachsen, sagte der Chefökonom der staatlichen Devisenaufsicht, Huang Guobo, in Peking. "Unsere Wirtschaft sieht sich trotz ihres starken Wachstums ernsten Herausforderungen gegenüber", sagte der Experte. "Dazu gehört die weltweit nachlassende Nachfrage nach chinesischen Exporten."

2010 hatte das Bruttoinlandsprodukt des Exportweltmeisters noch um 10,3 Prozent zugelegt. Auch Analysten sagen für 2012 eine merkliche Verlangsamung voraus. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten rechnen im Schnitt mit einem Wachstum von 8,8 Prozent nach 9,3 Prozent in diesem Jahr. Die kommunistische Führung strebt bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von sieben Prozent jährlich an.

Noch im Juli hatten Chinas Exporte mit 22,2 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreicht. Der Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte nach Angaben der Zollbehörden um 20,4 Prozent zu - nach einem Plus von 17,9 Prozent im Juni.

"Das hat das Vertrauen beschädigt"

Sorge bereitet der inzwischen zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt die Schuldenkrise in Europa. "Das hat das weltweite Vertrauen beschädigt und für Schwankungen an den globalen Märkten gesorgt", sagte Huang. Chinas Wohl und Wehe hängt von den Exporten ab. Europa ist der größte Abnehmer von Waren "made in China".

Die Volksrepublik nutzt ihre Exportüberschüsse, um größere Investitionen im Ausland zu tätigen. Sie stiegen 2010 um 22 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar, teilte das Handelsministerium mit. Knapp sechs Milliarden davon landeten in Europa - doppelt so viel wie im Jahr davor.

dis/Reuters

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