Konjunkturprognose China droht Ende des Wirtschaftsbooms

Die Rekordjagd geht zu Ende: Wegen der Schuldenkrise in Europa und der schwachen Weltwirtschaft rechnen Chinas staatliche Ökonome für das kommende Jahr mit einem verlangsamten Wachstum. Die Nachfrage nach chinesischen Exporten lässt weltweit nach.

Skyline von Hongkong: Experten rechnen mit schwächstem Wachstum seit 2001
DPA

Skyline von Hongkong: Experten rechnen mit schwächstem Wachstum seit 2001


Peking - Die sich anbahnende Wirtschaftskrise geht auch am boomenden China offenbar nicht spurlos vorbei. Das Bruttoinlandsprodukt könne im kommenden Jahr erstmals seit 2001 um weniger als neun Prozent wachsen, sagte der Chefökonom der staatlichen Devisenaufsicht, Huang Guobo, in Peking. "Unsere Wirtschaft sieht sich trotz ihres starken Wachstums ernsten Herausforderungen gegenüber", sagte der Experte. "Dazu gehört die weltweit nachlassende Nachfrage nach chinesischen Exporten."

2010 hatte das Bruttoinlandsprodukt des Exportweltmeisters noch um 10,3 Prozent zugelegt. Auch Analysten sagen für 2012 eine merkliche Verlangsamung voraus. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten rechnen im Schnitt mit einem Wachstum von 8,8 Prozent nach 9,3 Prozent in diesem Jahr. Die kommunistische Führung strebt bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von sieben Prozent jährlich an.

Noch im Juli hatten Chinas Exporte mit 22,2 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreicht. Der Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte nach Angaben der Zollbehörden um 20,4 Prozent zu - nach einem Plus von 17,9 Prozent im Juni.

"Das hat das Vertrauen beschädigt"

Sorge bereitet der inzwischen zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt die Schuldenkrise in Europa. "Das hat das weltweite Vertrauen beschädigt und für Schwankungen an den globalen Märkten gesorgt", sagte Huang. Chinas Wohl und Wehe hängt von den Exporten ab. Europa ist der größte Abnehmer von Waren "made in China".

Die Volksrepublik nutzt ihre Exportüberschüsse, um größere Investitionen im Ausland zu tätigen. Sie stiegen 2010 um 22 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar, teilte das Handelsministerium mit. Knapp sechs Milliarden davon landeten in Europa - doppelt so viel wie im Jahr davor.

dis/Reuters



insgesamt 16 Beiträge
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niepmann 06.09.2011
1. Hab' ich doch gleich gesagt!
Zitat von sysopDie Rekordjagd geht zu Ende: Wegen der Schuldenkrise in Europa und der schwachen Weltwirtschaft*rechnen Chinas staatliche*Ökonome*für das kommende Jahr*mit einem verlangsamten Wachstum. Die Nachfrage nach chinesischen Exporten lässt weltweit nach. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784645,00.html
Ertnsthaft: Es würde nicht verwundern. Überhitzte Konjunktur hat noch nie nachhaltig genutzt. Ebenso wenig wie die kommunistische Filzokratie. Und wie andere, besser ungenannte "Eigentümlichkeiten" der Chinesen im Umgang mit dem unbedeutenden Rest der Welt.
aspi01 06.09.2011
2. 8 statt 9 Prozent Wachstum sollen das Ende des Bomms sein?
Eine Reduktion des Wirtschaftswachstum von 9 auf 8 Prozent soll das Ende des Booms sein? Die Chinesen versuchen seit langem, mit massiven Zinserhöhungen den Boom wenigstens abzukühlen. Noch vor wenigen Wochen warnten alle Analysten vor der "Überhitzung der Wirtschaft in China". Jetzt plötzlich soll die erfolgreiche und erwünschte Abschwächung des übermässigen Wachstums eine Bedrohung sein?
diefreiheitdermeinung 06.09.2011
3. Haeme und Schadenfreude
Zitat von niepmannErtnsthaft: Es würde nicht verwundern. Überhitzte Konjunktur hat noch nie nachhaltig genutzt. Ebenso wenig wie die kommunistische Filzokratie. Und wie andere, besser ungenannte "Eigentümlichkeiten" der Chinesen im Umgang mit dem unbedeutenden Rest der Welt.
und Schadenfreude sind nicht angebracht. Lesen Sie sich mal in das Thema ein und stellen dann fest in welch hohem Masse die deutsche Exportindustrie bereits von China abhaengig ist. Und dass eine deutsche, statt eine chinesische Unterhose Sie sehr schnell 20 Euro kosten wuerde. Falls und wenn es China schlecht geht werden wir es in DE sehr rasch spueren und zwar fast jeder am eigenen Leib. Man kann diese Abhaengigkeit bedauern, ja sogar bekaempfen - sie bleibt bestehen. Und was die nun schon seit Jahrzehnten angekuendigten "crashes" der chin. Oekonomie angeht: sie sind trotz aller Unkenrufe des Westens (tolle Vorhersagen!- kann man da nur sagen) nie eingetreten. Immer hat China eine weiche Landung hingelegt. Davon koennen UNSERE Wirtschaftspolitiker noch was lernen. Und was die Filozkratie angeht: wir sehen wohl die Fehler der anderen, aber sind wir in Europa wirklich soviel besser?
exilostfriese 06.09.2011
4. ...
Vor nicht allzu langer Zeit: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779418,00.html Jetzt brauchen sie nicht mehr das Wachstum zu drücken. Naja, derzeit machen halt alle Panik. Jede Nachricht wird negativ aufgenommen. Die Prognose ist doch recht gut. Die Schlagzeile wieder einmal für den A... Warum sollen 9% Wirtschaftswachstum ein Ende des Wirtschaftsbooms sein und das noch in Zeiten allgemeiner Rezessionsangst?
exilostfriese 06.09.2011
5. ..
so langsam nerven diese Schlagzeilen auf B..D-Niveau. Das zieht sich langsam wie ein roter Faden durch SPON. Reißerische Schlagzeile und dann sagt der Inhalt eigentlich ganz was anderes aus.
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