Konjunktursorgen Dax fällt und fällt

Die Schuldenkrise in Europa und den USA hält die Finanzmärkte in Atem: Der Dax fällt zeitweise unter 6700 Punkte - es droht der sechste Minustag in Folge. Händler fürchten eine Abkühlung der Weltkonjunktur.

Dax-Chart in Frankfurt: Gold erreicht neues Rekordhoch
DPA

Dax-Chart in Frankfurt: Gold erreicht neues Rekordhoch


Frankfurt am Main - Aktienhändler müssen in diesen Tagen starke Nerven zeigen: Der US-Schulden-Deal, die Euro-Krise und Sorgen vor einem Ende des konjunkturellen Höhenflugs drücken die Kurse an den Finanzmärkten. An der Frankfurter Börse rutschte der Dax Chart zeigen an diesem Mittwochmorgen kurz nach Handelsbeginn erneut ab - zeitweise um 1,8 Prozent auf 6677 Punkte. Damit näherte sich der Leitindex seinem Jahrestief von 6483 Zählern, das er nach der Katastrophe in Japan erreicht hatte. Im Vormittagshandel stabilisierte sich der Dax wieder etwas.

Kursverluste gab es auch an den US-Börsen: Der Dow-Jones-Index verlor am Dienstag 2,2 Prozent auf 11.867 Punkte, der Nasdaq-Composite Chart zeigen gab 2,8 Prozent auf 2669 Zähler nach. Es war der achte Verlusttag in Folge - und die längste Verlustserie seit drei Jahren. Auch die asiatischen Märkte schlossen im Minus.

An den Börsen geht die Angst vor einer Eskalation der Euro-Krise und der US-Schuldenkrise um - mit möglicherweise fatalen Auswirkungen für die Weltwirtschaft. Erst am Dienstag waren die Risikoaufschläge für spanische und italienische Staatsanleihen auf Höchstwerte gestiegen. Für die Sorgenkinder der Euro-Zone wird die Aufnahme von frischem Geld damit extrem teuer.

Der Goldpreis erreichte am Mittwoch erneut ein Rekordhoch: Im frühen Handel stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) in der Spitze auf 1.663,10 US-Dollar. Eine ganze Serie von unerwartet schlechten Nachrichten aus den USA und der Euro-Zone treibe die Investoren scharenweise in den "sicheren Hafen" Gold, hieß es von Händlern.

In Spanien und Italien wird Personal abgebaut

Neue Konjunkturdaten heizten die negative Stimmung zusätzlich an: Die Dienstleister in der Euro-Zone haben im Juli noch einmal kräftig an Dynamik verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Servicebranche sank um 2,1 auf 51,6 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren, wie aus einer Markit-Umfrage unter rund 2000 Firmen hervorging. Zusammengefasst mit der Industrie sackte das Composite-Barometer sogar auf 51,1 Punkte und lag damit nur noch knapp über der Wachstumsgrenze von 50 Zählern. "Unsere Daten zeigen, dass die Euro-Zonen-Konjunktur im Juli spürbar an Dynamik eingebüßt und sich das Wirtschaftswachstum der Stagnation weiter angenähert hat", sagte Markit-Ökonom Rob Dobson.

Die Folgen seien im gesamten Währungsgebiet zu spüren. Die beiden Schwergewichte Deutschland und Frankreich schalteten einen deutlichen Gang zurück. "Die Peripherie-Länder sind in den letzten Monaten sogar wieder in die Rezession abgeglitten", betonte Dobson.

Die Dienstleister verbuchten zwar den 23. Monat in Folge ein Auftragsplus, es war aber so klein wie zuletzt im November 2009. In Italien und Spanien sank das Neugeschäft sogar. In beiden Ländern bauten die Dienstleister unterm Strich Personal ab, während die Firmen in Deutschland und Frankreich Jobs schufen - wenn auch weniger als im Juni.

Der Euro-Dollar-Kurs Chart zeigen zeigte sich am Mittwochmorgen wenig verändert. Gegen 10 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 1,4237 Dollar Chart zeigen. Die Europäische Zentralbank hatte am Dienstag einen Referenzkurs von 1,4170 festgestellt.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 70 Beiträge
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mitwisser, 03.08.2011
1. ein Wunder
Zitat von sysopDie Schuldenkrise in Europa und den USA hält die Finanzmärkte in Atem: Der Dax fällt zeitweise unter 6700 Punkte - es droht der*sechste Minustag in Folge. Händler fürchten eine Abkühlung der Weltkonjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778092,00.html
Also wirklich. Auch das war nicht zu ahnen. Seit Monaten nur miese Nachrichten und gefakte US-Statistiken und jetzt fällt der Dax. Und dann wurde - mal wieder - das US-BIP rückwirkend nach unten korrigiert. Um gute 2 % !! Na ja, die ganzen Hausse und Rallye-Auguren bekamen halt ordentlich auf die Fresse und die Fonds haben nicht gekauft - doof. Aber bald kommen sie wieder aus ihren Löchern, die Exxperrddäh. Wie kann sich die Weltkonjunktur nur abkühlen? Bei dieser Schuldenorgie ein Wunder.
Quatschtuete 03.08.2011
2. kann mir egal sein
Zitat von sysopDie Schuldenkrise in Europa und den USA hält die Finanzmärkte in Atem: Der Dax fällt zeitweise unter 6700 Punkte - es droht der*sechste Minustag in Folge. Händler fürchten eine Abkühlung der Weltkonjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778092,00.html
Bin weder Spekulant noch reditegeiler Lebensversicherungssparer.
benn01 03.08.2011
3. Nicht nur im Dax, sondern auch im MDAX wird richtig geschüttet.
In der Eurozone will keiner mehr investieren, verständlich.... nur Schulden, keine Jugend, keine Innovation, nur Bedenkenträgerei und Fortschrittsfeindlichkeit, irgendwann nur noch Rentner und Muselmanen, die sich bekriegen und von sozialistischen Apparatschiks regiert werden, die das Elend gleichmäßig verteilen. Auf sowas haben Investoren keine Lust.
harrold 03.08.2011
4. Ausgestiegen
Zitat von sysopDie Schuldenkrise in Europa und den USA hält die Finanzmärkte in Atem: Der Dax fällt zeitweise unter 6700 Punkte - es droht der*sechste Minustag in Folge. Händler fürchten eine Abkühlung der Weltkonjunktur. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778092,00.html
Das war´s, Leute. Ich steige aus. Die Talfahrt beginnt.
nataliadirks@gmail.com, 03.08.2011
5. Naja,
Zitat von QuatschtueteBin weder Spekulant noch reditegeiler Lebensversicherungssparer.
wenns nur so einfach wäre. Ich befürchte aber auch die Nichtanleger werden die Folgen zu spüren bekommen, da die Anleger nunmal bekanntermaßen ihre Verluste auch auf sie, in Person des normalen Steuerzahlers und Konsumenten, abwälzen werden. Weniger Renditen, mehr Bankenprobleme, mehr Rettungsmaßnahmen, weniger Geld fürs gemeine, insbesondere Deutsche Volk, das ja den Löwenanteil zu tragen hat.
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