Konjunktursorgen Schuldenkrise erhöht Spardruck bei Deutscher Bank

Bislang galt die Deutsche Bank als äußerst stark aufgestellt. Doch nun prüft Deutschlands größtes Geldinstitut ein Sparprogramm. Laut "Financial Times Deutschland" könnten Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro nötig werden, wenn sich die Konjunktur zu sehr verschlechtert.

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Investmentbanking im Visier
dapd

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Investmentbanking im Visier


Hamburg - Zahlreiche Geldhäuser müssen sparen - auch der Branchenprimus bleibt möglicherweise nicht verschont: Bei der Deutschen Bank könnte bald ein Programm zur Kostensenkung geben, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD") unter Berufung auf Finanzkreise.

Sollte sich die gesamtwirtschaftliche Lage verschlechtern, drohe den Beschäftigten drohe im kommenden Jahr eine Sparrunde. Noch sei nicht entschieden, ob und wie stark die größte deutsche Bank dann sparen müsste. In Finanzkreisen sei von einer bis zwei Milliarden Euro die Rede. Auch ein Stellenabbau sei denkbar, vor allem im Investmentbanking.

Die Deutsche Bank wollte sich offiziell nicht dazu äußern. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte sich lediglich ein Insider, der sagte, derzeit seien keine Sparmaßnahmen geplant.

Sollte die Lage am Kapitalmarkt ähnlich schwankend bleiben wie im August und sollte sich die Konjunkturlage weiter verdüstern, dann müsse im Oktober oder November neu nachgedacht werden, hieß es. Vor allem "wenn die Umsätze im Wertpapier- sowie Devisenhandel zurückgehen, kaum noch Börsengänge anstehen und die Wirtschaft schwächelt".

Derzeit hat die Deutsche Bank laut Bericht drei Sparprogramme aufgelegt: Durch die Integration der Postbank sollen jährlich eine Milliarde Euro gespart werden, der Abbau komplexer Strukturen soll denselben Betrag bringen. Hinzu komme ein Programm im Investmentbanking, das die Bereiche Unternehmensfinanzierung, Zahlungsverkehr und Handel enger verzahnen und so 800 Millionen Euro in zwei Jahren einsparen soll.

Zahlreiche andere Großbanken wie die HSBC Chart zeigen oder die UBS Chart zeigen hatten in den vergangenen Wochen angekündigt, wegen der jüngsten Flaute im Investmentbanking und der Schuldenkrise kräftig auf die Kostenbremse treten zu wollen. Einer "FTD"-Aufstellung zufolge summieren sich die Ankündigungen der vergangenen Wochen auf 60.000 Stellen bei zwölf Großbanken - zehn davon aus Europa.

Bei der Deutschen Bank hieß es dagegen zuletzt immer, man sei gut aufgestellt und wolle in den kommenden Jahren sowohl im Investmentbanking als auch im Geschäft mit Privatkunden wachsen. Die Deutsche Bank verdient den Löwenanteil ihres Geldes im Investmentbanking, stärkte aber zuletzt ihre Privatkundensparte, unter anderem durch den Zukauf der Postbank. Dadurch stieg die Mitarbeiterzahl auf zuletzt etwas mehr als 100.000.

ssu/AFP/dpa-AFX



insgesamt 4 Beiträge
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drausch 02.09.2011
1. Das übliche Muster zur Rettung der Manager-Boni
Und das schlimmste ist, dass der Grund für Einsparungen gar nicht die Konjunkturrisiken sind, sondern die Tatsache, dass die aus Gier betriebenen halblegalen Geschäfte im Finanzkasino keine Profite abwerfen, dafür aber Strafzahlungen drohen, weil man plötzlich erkennt, dass die von den Managern gepushten Machenschaften mehr an Betrug als an Bankwesen erinnern. Aber die Beschäftigten dürfen es dann ausbaden. Warum spart man nicht an den Boni-Zahlungen?
huberwin 02.09.2011
2. Dafür haben wir ja die Computer
Wofür brauche ich denn auch Menschen wenn ich mit meinen Computern viel schneller zocken kann
dr.rogenfeld 02.09.2011
3. viel zu unproduktiv
Zitat von sysopBislang galt die Deutsche Bank*als äußerst stark aufgestellt. Doch nun prüft Deutschlands größtes Geldinstitut ein Sparprogramm. Laut "Financial Times Deutschland" könnten Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro nötig werden, wenn sich die Konjunktur zu sehr verschlechtert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783931,00.html
Bei einer Bilanzsumme von über 2 Billionen Euro nur an Staatsanleihen, kommt so ein kläglicher Gewinn raus-kein Wunder das diese Bank auf dem Niveau von 1985 rumturnt-der blanke Geldvernichter für deren Aktionäre,nicht mehr und nicht weniger!
esnorbertl 05.09.2011
4. was für eine Zeitreise
am 02.09.2011 vorgeben zu prüfen und bereits am 31.08.2011 abgeschlossene Verträge kündigen und externe Ressoucen freisetzen.
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