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18. April 2017, 02:51 Uhr

Schmiergeldskandal

Brasilianischer Konzern zu Milliardenstrafe verurteilt

Urteil im Korruptionsprozess: Insgesamt rund 2,6 Milliarden Dollar muss der Konzern Odebrecht an Brasilien, die USA und die Schweiz zahlen. Die Summe liegt deutlich unter der ursprünglich angesetzten Strafe.

Der brasilianische Großkonzern Odebrecht ist wegen eines Schmiergeldskandals von einem US-Gericht zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Insgesamt muss das Unternehmen wegen Bestechung von Regierungsfunktionären rund 2,6 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,4 Milliarden Euro) zahlen, bestätigte der zuständige Richter am Montag in New York.

Mit 2,4 Milliarden Dollar geht der Großteil der im Rahmen eines Vergleichs mit den Justizbehörden mehrerer Länder festgelegten Strafe nach Brasilien. 116 Millionen Dollar fließen an die Schweizer und 93 Millionen an die US-Behörden. Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem hatten bereits im Dezember ein Schuldbekenntnis in dem international koordinierten Verfahren abgegeben.

Zunächst war eine höhere Strafe - mindestens 3,5 Milliarden Dollar - angesetzt worden, Odebrecht hatte sich jedoch mit dem Argument gewehrt, nicht mehr als den nun beschlossenen Betrag stemmen zu können. Der Konzern soll Beamte in zwölf Ländern - vor allem in Lateinamerika - mit insgesamt rund 780 Millionen Dollar geschmiert haben, um Regierungsaufträge zu erhalten. Zum Teil sollen die Mittel über US-Banken geflossen sein.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte erst vergangene WocheErmittlungen wegen Korruptionsverdachts gegen neun Minister des konservativen Präsidenten Michel Temer zugelassen. Zudem wurde die Immunität von mehreren Dutzend Abgeordneten und Senatsmitgliedern sowie drei Gouverneuren aufgehoben, um deren mutmaßliche Verstrickung in das Korruptionsnetz von Odebrecht zu untersuchen.

max/dpa/Reuters

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