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15. April 2011, 15:46 Uhr

Korruptionsverdacht

Ermittler in Hongkong nehmen zwei Deutsch-Banker fest

In Hongkong haben Ermittler insgesamt elf Derivate-Händler festgenommen - darunter zwei Mitarbeiter der Deutschen Bank. Die Fahnder gehen Betrugs- und Bestechungsvorwürfen nach. Das Geldhaus sagt, es sei nicht Gegenstand der Ermittlungen.

Hongkong/Frankfurt am Main - Festnahmen in der chinesischen Finanzmetropole: In Hongkong sind die Behörden einem mutmaßlichen Betrugsskandal im Derivatehandel auf der Spur - und haben dabei auch zwei Mitarbeiter der Deutschen Bank im Verdacht.

Die beiden Händler seien von der Anti-Korruptionsbehörde ICAC festgenommen und nun bis auf weiteres freigestellt worden, bestätigte Deutschlands größtes Geldhaus. Die Bank selbst sei aber nicht Gegenstand der Ermittlungen und kooperiere mit den Behörden. Näheres wisse man nicht und warte selbst auf Informationen.

Insgesamt nahm die ICAC nach eigenen Angaben elf Verdächtige verschiedener Firmen fest, nannte aber keine Namen. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten waren aufgenommen worden, nachdem bei der Anti-Korruptionsbehörde eine Beschwerde eingegangen war. Unter anderem stehen Bestechungsvorwürfe im Raum.

Die Deutsche Bank hat nicht zum ersten Mal Ärger im Derivategeschäft im asiatischen Raum. Erst zu Jahresbeginn wurde sie in Südkorea wegen unfairer Handelspraktiken vorübergehend vom Handel mit Derivaten ausgeschlossen. Nach Einschätzung der dortigen Finanzaufsicht FSC hatte die Konzerntochter DSK von unfairem Handel profitiert und damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt.

Der Derivatehandel gilt als besonders schwach reguliert, hat aber ein vergleichsweise hohes Gewinnpotential. Eine Reihe von Handelsplätzen - unter anderem eben Seoul - strickt deshalb an verschärften Regeln.

fdi/Reuters

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