Mobilfunkmarkt KPN-Finanzchef tritt überraschend zurück

Der Finanzchef des Telekommunikationskonzerns KPN, Eric Hagemann, hat seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Das Unternehmen nennt "persönliche Gründe für den Schritt", der aktuelle Machtkampf mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim habe nichts damit zu tun.
KPN-Zentrale in Den Haag: Finanzchef Hagemann legt sein Amt nieder

KPN-Zentrale in Den Haag: Finanzchef Hagemann legt sein Amt nieder

Foto: Valerie Kuypers/ dpa

Den Haag - Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN will seine deutsche Tochter E-Plus verkaufen und steckt deshalb in einem harten Machtkampf mit seinem Aktionär Carlos Slim. Und mitten in dieser schwierigen Situation hat Finanzchef Eric Hagemann seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Das Unternehmen führte dafür am Montag "persönliche Gründe" an, die nichts mit den Vorgängen rund um den Konzern oder der Arbeit des Finanzchefs zu tun hätten. Der 1970 geborene Hagemann arbeitete seit 2005 bei KPN und wurde vor zwei Jahren Finanzchef.

KPN befindet sich in einem harten Machtkampf: In der vergangenen Woche wehrte die KPN-Stiftung als Mehrheitsaktionär den Übernahmeversuch des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim und dessen Unternehmen America Movil vorerst ab. Das Verhältnis zwischen KPN und Slim ist seit dem Einstieg des Mexikaners im Sommer vergangenen Jahres schlecht.

Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es bestehe Unsicherheit über die Absichten Slims, argumentierte sie. Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen.

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone   aufsteigen. Erst vor wenigen Tagen hatte Slim seinen Widerstand gegen den Verkauf der KPN-Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland (O2) aufgegeben.

Slim, der bereits fast 30 Prozent von KPN   kontrolliert, bietet 2,40 Euro je Anteilsschein der Niederländer. Die Aktionäre des Telekomkonzerns sollen am 2. Oktober über die Offerte entscheiden.

nck/Reuters/dpa-afxp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.