Gesundheitssystem Krankenhauskosten steigen um 3,4 Milliarden Euro

Fünf Prozent mehr Ausgaben für das Personal, knapp drei Prozent für Sachkosten: Deutsche Kliniken haben im vergangenen Jahr 86,8 Milliarden Euro ausgegeben. Ein Durchschnittsfall verteuerte sich von 3960 auf 4060 Euro.
Krankenschwester: Personalausgaben steigen um fünf Prozent

Krankenschwester: Personalausgaben steigen um fünf Prozent

Foto: Sebastian Widmann/ picture alliance / dpa

Wiesbaden - Die Kosten für Krankenhausbehandlungen sind erneut gestiegen. 2012 war ein Durchschnittsfall um 2,5 Prozent teurer als 2011, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Deutsche Krankenhäuser behandelten im vergangenen Jahr insgesamt 18,6 Millionen vollstationäre Patienten. Die Gesamtkosten aller Krankenhäuser betrugen 86,8 Milliarden Euro. 2011 waren es 83,4 Milliarden Euro gewesen.

Die Personalausgaben stiegen mit 4,8 Prozent stärker als die Sachkosten mit 2,9 Prozent und andere Posten, etwa für Ausbildungsstätten. In den Gesamtkosten sind auch Ausgaben für nichtstationäre Leistungen enthalten, etwa die Kosten für Ambulanzen oder Forschung und Lehre. Die Kosten der rein stationären Krankenhausversorgung lagen laut Statistik bei rund 75,6 Milliarden Euro. 2011 waren es 72,6 Milliarden Euro gewesen.

Die durchschnittlichen Fallkosten sind von Bundesland zu Bundesland verschieden: In Brandenburg waren sie 2012 mit 3617 Euro am niedrigsten, in Hamburg mit 4718 Euro am höchsten. Die größte Steigerung gab es in Mecklenburg-Vorpommern, den geringsten Anstieg hatte Sachsen-Anhalt. "Diese regionalen Unterschiede sind strukturell bedingt: Sie werden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst", sagte Ute Bölt vom Statistischen Bundesamt.

Am Mittwoch hatten Zahlen des Deutschen Krankenhausinstituts für Aufsehen gesorgt: Demnach hat mehr als jede zweite Klinik im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Der Anteil der Häuser mit Verlusten sei von 31 Prozent im Vorjahr auf knapp 51 Prozent 2012 gestiegen.

cte/dpa