TK-Auswertung Krankenstand sinkt erstmals seit zehn Jahren

Deutsche Arbeitnehmer sind wieder etwas seltener krank. Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ist die Zahl der Fehltage im vergangenen Jahr wieder leicht gesunken. Hauptursache für Fehlzeiten waren psychische Erkrankungen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung


Der Krankenstand in Deutschland ist nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) erstmals seit zehn Jahren leicht gesunken. Die TK verzeichnete im vergangenen Jahr im Schnitt pro Mitglied 15,2 Fehltage, das waren 0,2 Tage weniger als 2015. Bezieht man die Arbeitsunfähigkeitstage auf die Versicherungstage der Erwerbspersonen, ergibt sich demnach 2016 ein Krankenstand von 4,18 Prozent. Im Vorjahr lag er bei 4,23 Prozent.

Wie aus dem neuen Gesundheitsreport 2017 weiter hervorgeht, sind bei TK-Mitgliedern insgesamt 5,77 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 75 Millionen Fehltage registriert worden. Der Rückgang der Fehlzeiten sei 2016 in erster Linie zurückzuführen auf eine um 1,4 Prozent geringere durchschnittliche Dauer von Arbeitsunfähigkeitsfällen. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle selbst stieg den Angaben zufolge um 0,2 Prozent. Erwerbspersonen waren im Jahr 2016 also ähnlich häufig wie 2015 krankgeschrieben, im Schnitt jedoch etwas kürzer als im Vorjahr.

Für den Krankenstand sind besonders verantwortlich psychische Störungen, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Bewegungsapparats sowie Verletzungen. Der Anteil der psychisch bedingten Fehlzeiten stagniert den Angaben zufolge. Der Trend stetig steigender Fehlzeiten scheint aufgehalten. Durchschnittlich entfallen 2,7 Fehltage je Erwerbsperson auf psychische Störungen. Im Jahr 2006 waren es 1,4. Dies entspricht einem Anstieg von 86 Prozent in zehn Jahren. Frauen sind mit 3,4 Tagen deutlich mehr betroffen als Männer mit 2,1 Tagen.

Unter den zwölf Top-Diagnosen, die für die meisten Fehlzeiten ursächlich sind, sind die Hälfte psychische Diagnosen, darunter depressive Episoden (Platz 3 mit 0,8 Tagen pro Kopf), Anpassungs- und Belastungsstörungen (Platz 4, 0,5 Tage), und Angststörungen (Platz 12 mit 0,2 Tagen). Psychisch kranke Menschen bekommen von 1. April an einen wesentlich schnelleren Zugang zu einem Psychotherapeuten.

nck/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
spon_3511963 31.03.2017
1. Hauptursache für Fehlzeiten waren psychische Erkrankungen.
das ist der Fluch der bösen Tat. Mindestlohn,Minijobs,Zeitverträge keine Sicherheit mehr für Arbeitnehmer.Aber die Kosten steigen EEG,Krankenkassen,Gebühren für Strassenbenutzung , u.s.w. Also wieder Merkel wählen und es wird schlimmer.
ilBullo 31.03.2017
2. Psychisch kranke Menschen bekommen von 1. April an einen wesentlich schnelleren Zugang zu einem Psychotherapeuten.
Verstehe nicht weshalb man diesen durchaus korrekten Punkt erwähnt, gleichzeitig aber versäumt darauf hinzuweisen, dass das aktuelle System damit noch schlimmer wird. Denn schön, wenn Sie schnell ein Erstgespräch bekommen, diese Zeit fehlt den ohnehin schon wenigen Therapeuten dann zur Behandlung. Wenn Erstgespräch dir Lösung sind, dann Frag ich mich weshalb es den Begriff "Langzeittherapien" gibt.
observerlbg 31.03.2017
3. Man kann sich auch was einreden....
Zitat von spon_3511963das ist der Fluch der bösen Tat. Mindestlohn,Minijobs,Zeitverträge keine Sicherheit mehr für Arbeitnehmer.Aber die Kosten steigen EEG,Krankenkassen,Gebühren für Strassenbenutzung , u.s.w. Also wieder Merkel wählen und es wird schlimmer.
.... Die Ursachen für unsere Probleme sind eher Überalterung, Besitzstanderhaltdenken und mangelnde Solidarität. Aber man braucht ja einen Sündenbock, wenn man seine eigenen Fehler nicht eingestehen will.
skith 31.03.2017
4. Ab 1.April wird alles gut...!
Ab 1. April wird der Zugang zu Psychotherapeuten verbessert. Das ist doch hervorragend!! Wie hat die Politik das gemacht? Neue Kapazitätsberechnungen? Mehr Psychotherapeuten? Abschaffung von absurd aufwändigen Beantragungsverfahren? Nein, viel besser! (2)
joomee 31.03.2017
5. Kaffeesatz-Leserei
Zitat von spon_3511963das ist der Fluch der bösen Tat. Mindestlohn,Minijobs,Zeitverträge keine Sicherheit mehr für Arbeitnehmer.Aber die Kosten steigen EEG,Krankenkassen,Gebühren für Strassenbenutzung , u.s.w. Also wieder Merkel wählen und es wird schlimmer.
Das ist Kaffeesatz-Leserei. Genauso gut kann ich behaupten, dass die neue Medien wie Facebook, Spon etc, daran schuld sind, da dort vorwiegen Leute wie Sie immer am lautesten jammern, alles schlecht reden und dadurch eine Massenpsychose verursachen, welche krank macht.
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