Abwrackungen wegen Corona-Pandemie Der Friedhof der Kreuzfahrtschiffe

Die Coronakrise hat massive Auswirkungen auf die Kreuzfahrtbranche. Wo an der türkischen Küste sonst vor allem alte Frachter abgewrackt werden, liegen nun immer mehr ausrangierte schwimmende Hotels.
DER SPIEGEL

Dicht an Dicht liegen diese ausgedienten Kreuzfahrtschiffe vor der türkischen Küste und warten auf ihre Abrackung. Das Geschäft mit dem Recyclen der schwimmenden Hotels boomt: Seit der Corona-Pandemie steckt die Kreuzfahrt-Branche in einer schweren Krise, mehrere Reedereien haben Insolvenz angemeldet.

Hier in Aliaga werden die Schiffe nun von etwa 2,500 Arbeitern entkernt und abgetragen.

Kamil Onal, Verband der Schiffsrecycler der Türkei

"Vor der Pandemie waren Kreuzfahrtschiffe selten zu unseren Abwrackwerften gekommen, gewöhnlich haben wir Frachtschiffe und Containerschiffe abgewrackt, aber jetzt ändert eine große Anzahl von Kreuzfahrtschiffen ihren Kurs nach Aliaga. Es sind wirklich riesige Schiffe."

Fünf Kreuzfahrtschiffe aus Großbritannien, Italien und den USA liegen zur Zeit in Aliaga, drei weitere seien auf dem Weg.  

Aufgrund der steigenden Nachfrage will die Werft  die Menge des zurückgewonnenen Stahls von 700.000 Tonnen bis Ende des Jahres auf 1,1 Millionen Tonnen steigern.

Gut möglich, dass es dabei nicht bleibt - Kreuzfahrten werden erst nach und nach wieder angeboten und sind noch weit entfernt von früheren Passagierzahlen. Zu Beginn der Corona-Pandemie ist es auf mehreren Kreuzfahrten zu einer starken Verbreitung des Virus gekommen, teilweise durften Passagiere und Crew nicht an Land gehen. In Deutschland sind Kreuzfahten seit Ende Juli wieder erlaubt, in den USA gilt noch bis mindestens Ende Oktober ein Fahrverbot für die Schiffe.

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