Konzern zieht Konsequenzen Volkswagen stoppt Russland-Geschäft

Die Fertigung in Kaluga und Nischni Nowgorod wird eingestellt, der Export von Fahrzeugen in das Land gestoppt: Nach Mercedes beendet nun auch Volkswagen wegen des Kriegs in der Ukraine vorerst sein Russlandgeschäft.
VW-Mitarbeiter im russischen Kaluga (Archivbild)

VW-Mitarbeiter im russischen Kaluga (Archivbild)

Foto: Friso Gentsch / dpa

Volkswagen setzt sein Russlandgeschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. »Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf Weiteres einzustellen«, hieß es am Donnerstag aus Wolfsburg. Auch Exporte der größten europäischen Autogruppe in die Russische Föderation würden jetzt »mit sofortiger Wirkung gestoppt«. Am Mittwochabend hatte auch Mercedes-Benz mitgeteilt, sowohl Fertigung in als auch den Export nach Russland einzustellen.

VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Autofertigung. An beiden Standorten werde die Produktion nun vorerst beendet, teilte das Unternehmen mit. Ebenso sollen keine Autos von Marken aus der VW-Gruppe mehr nach Russland ausgeführt werden. »Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation«, teilte der Konzern mit.

Bereits am Mittwochabend hatte der Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz mitgeteilt: »Mercedes-Benz wird bis auf Weiteres den Export von Pkw und Vans nach Russland sowie die lokale Fertigung in Russland einstellen.« Der Konzern hatte vor knapp drei Jahren sein erstes Pkw-Werk unweit von Moskau eingeweiht. Die für mehr als 250 Millionen Euro gebaute Produktionsstätte bietet mehr als tausend Arbeitsplätze.

In anderen Ländern hatten die Folgen des Angriffs auf die Ukraine die Produktion von Autobauern bereits ausgebremst – auch bei VW und Mercedes. So gibt es nach der Corona- und Chipkrise weitere größere Arbeitsausfälle in den VW-Werken wie Zwickau, Wolfsburg oder Hannover, weil Zulieferteile etwa aus der Westukraine fehlen. »Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen«, hieß es zuletzt aus Wolfsburg.

»Der Krieg in der Ukraine bestürzt uns alle«, schrieben VW-Einkaufschef Murat Aksel, Personalvorstand Gunnar Kilian und Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einem Brief an die Belegschaft. »Nach dem russischen Angriff hofft Volkswagen auf eine schnelle Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie.« VW-Vorstandschef Herbert Diess hatte schon in der vergangenen Woche »mit großer Sorge und Bestürzung« auf den Beginn des Krieges reagiert.

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Auch Mercedes arbeite unter anderem mit Zulieferern in der Ukraine zusammen, die verschiedene Komponenten für die Fahrzeugproduktion lieferten, teilte der Konzern mit. »Wir beobachten die Situation genau und sind in engem Kontakt mit unseren Lieferanten, um gemeinsam intensiv an Lösungen zur Absicherung unserer Lieferketten zu arbeiten.« Dazu gehöre unter anderem auch die Verlagerung von Produktionsumfängen an andere Standorte der Zulieferer. Außerdem werde von der kommenden Woche an vorübergehend die Schichtplanung in einzelnen Werken angepasst.

fdi/dpa