Sorge um Geschäftsbeziehungen Auch Bahn-Chef Grube reist nach Russland

Siemens-Chef Kaeser war schon da, Rüdiger Grube will bald folgen. Mit dem Bahn-Chef reist bereits der zweite deutsche Konzernchef nach Russland, um trotz Krim-Krise geschäftliche Kontakte zu pflegen. Das Echo in der Politik ist geeilt.

Deeskalation als oberstes Gebot: Bahn-Chef Rüdiger Grube
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Deeskalation als oberstes Gebot: Bahn-Chef Rüdiger Grube


Berlin - Bahn-Chef Rüdiger Grube will in Kürze nach Russland reisen und sich mit Kollegen von der dortigen Staatsbahn treffen. Damit wäre Grube nach Siemens-Chef Joe Kaeser bereits der zweite deutsche Unternehmenschef, der während der Krim-Krise geschäftlichen Beziehungen in Russland pflegt.

"Für uns ist das oberste Gebot: Deeskalation", sagte Grube, als er am Donnerstag die enttäuschende Jahresbilanz des Konzerns vorstellte. "Das ist das Ziel, das wir gemeinsam verfolgen." Zunächst soll Logistik-Vorstand Karl-Friedrich Rauch kommende Woche nach Russland reisen, Grube selbst will demnächst folgen und dort seinen Kollegen von der russischen Staatsbahn treffen. "Über Jahrzehnte sind diese Partnerschaften mit viel Energie und Kraft aufgebaut worden, so etwas ist aber schnell zerstört", warnte Grube. Es gehe in Russland um ein Geschäftsvolumen von 250 Millionen Euro, was für den Gesamtkonzern nicht sehr viel sei. "Aber auch diese 250 Millionen Euro wollen wir nicht gefährden."

Die Deutsche Bahn kooperiert seit Jahren mit der russischen Staatsbahn, etwa bei Gütertransporten aus China. Zudem ist die Logistik-Sparte Schenker mit Spezialtransporten auf dem russischen Markt aktiv. Der Chef der russischen Bahn, Wladimir Jakunin, steht wegen der russischen Annexion der Krim auf der Sanktionsliste der USA. Die Deutsche Bahn ist zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Strategische Entscheidungen des Konzerns können nur in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat getroffen werden, in dem Regierungsvertreter das Sagen haben.

Siemens-Chef Kaeser hatte für Aufsehen gesorgt, als er sich am Mittwoch mit Putin traf. Im ZDF betonte Kaeser, der Besuch sei schon länger geplant und mit dem Kanzleramt abgesprochen gewesen. Am Donnerstag vereinbarte er mit Gazprom-Chef Alexej Miller den Ausbau einer seit mehr als 20 Jahren bestehenden Partnerschaft.

Grüne kritisieren "Günstlingsmanier"

Die Grünen kritisierten das Treffen des Siemens-Chefs mit Putin. "Mit seinem Besuch versucht er, sich nach Günstlingsmanier einzuschmeicheln", sagte der europapolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Manuel Sarrazin, zu "Handelsblatt Online". "Mit verantwortungsvoller Geschäftspolitik hat das für mich nichts zu tun."

Mehr Verständnis brachten die Koalitionsfraktionen auf. "Der Vorstandsvorsitzende von Siemens muss seine Unternehmensinteressen schützen und die seiner Aktionäre. Insofern war der Besuch richtig", sagte der CDU-Politiker Philipp Mißfelder, der auch Regierungsbeauftragter für die transatlantischen Beziehungen ist. "Die Wirtschaft war schon bereits in Zeiten des Kalten Krieges Brückenbauer in Richtung Osten und Russland."

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwochabend gesagt, dass sie derzeit keine Einwände habe, wenn deutsche Firmen Kontakte mit Russland pflegten.

Putin warnte westliche Firmen unterdessen vor einem Verlust von Gewinnen und Marktanteilen, sollten sie den Zahlungsverkehr in seinem Land einschränken. Die beiden weltgrößten Kreditkarten-Anbieter Visa und Mastercard hatten wegen der US-Sanktionen nach der Aufnahme der Krim in die Russische Föderation ihre Zusammenarbeit mit einigen russischen Banken eingestellt. Später wurden die Dienste in den meisten Fällen wieder aufgenommen.

dab/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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z_beeblebrox 27.03.2014
1. Alle Geschäftsbeziehungen sofort beenden
Die 5 eyes (USA, Kanda, GB, Australien und Neuseeland) reiben sich bereits die Hände: - Gaslieferungen übernehmen wir - egal ob es LGN-Terminals schon gibt oder nicht - oder soll das Gas per Luftpost aus USA und Kanada kommen? - und die Geschäfte mit RU übernehmen wir gerne - so wie die 5 eyes auch den Iran jahrzehntelang gerne belieferten. Zum Dank wird Merkelchen wieder mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Ja, wir Deutsche habens voll drauf!
torstenschäfer 27.03.2014
2. Geeiltes Echo
"Das Echo in der Politik ist geeilt (sic!)." Passender kann man einen Tippfehler nicht platzieren. ;-) Danke, SPON!
solaris111 27.03.2014
3. klardenker
in derIndustrie gibt's Gott sei Dank noch Menschen mit klarem Verstand ,die sich nicht das Hirn von der Anti -Russland -Ideologie vernebeln lassen
Ausfriedenau 27.03.2014
4. Die Wirtschaft bliebt cool. Gut so!
Offensichtlich folgt die Wirtschaft dem Verstand und lässt sich nicht von bestimmten Politikern, den dümmlichen Grünen und der amerikahörigen, gleichgeschalteten Journaille vorschreiben, was friedensfördernd und zukunftsorientiert ist: die Kooperation und die Kommunikation mit Russland. Eigentliches Ziel der USA ist nicht nur die Schwächung Russlands, sondern auch die Europas. Wie hilflos und schwächelnd aber auch Amerika ist, zeigten die Auftritte von Obama, indem er z.B. Europa sein Frackinggas anbot!!! Peinlich! Und die Umweltgrünen sind dabei, auf diesen "Wahnsinns-Zug" aufzuspringen, nur um Putin "eins auszuwischen". Unfassbar dämlich, diese Grünen!!!
Heinrich_Hoert 27.03.2014
5. Das war schon in Whyl so
Die Grünen waren schon immer angepasst. Sie sind in Whyl auf den Anti AKW Zug aufgesprungen. In Philipsburg waren sie schon nicht mehr dabei Wir "bürgerlichen" waren schon damals weiter. Die Spießer haben die Grünen gegründet wir sind zum Schwarzwaldverein, den Naturfreunden, der CDU oder der SPD zurück gekehrt. Das Grün von damals war wirtschaftspolitisch schon damals FDP Linie. Wenn grünes vom Baum fällt wird es eben schnell braun. Und wo Braun hinführt sollten wir deutschen eigentlich wissen. Flugmeilen Betrüger, Bombenwerfer auf Serbien und Schleimer vor den US Amerikanern das sind die Grünen Spitzen Politiker
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