Russische Bank SMP Visa und Mastercard nehmen Sanktionen zurück

Die Kunden der russischen SMP Bank können wieder mit amerikanischen Kreditkarten zahlen. Nach Angaben des Geldhauses haben die Unternehmen Visa und Mastercard ihre Dienstleistungen wieder aufgenommen. Zuvor hatte sich das Finanzinstitut über ungerechtfertigte Sanktionen beschwert.

SMP-Großaktionär Boris Rotenberg: Putins Judo-Freund
AFP

SMP-Großaktionär Boris Rotenberg: Putins Judo-Freund


Moskau - Die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard haben ihre Geschäftsbeziehungen zur russischen SMP Bank wieder aufgenommen, die von den US-Sanktionen im Zuge der Krim-Krise betroffen ist. Das Geldhaus habe die beiden weltgrößten Kreditkarten-Anbieter davon überzeugen können, ihre Dienste zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs für SMP-Kunden fortzusetzen, teilte die Bank am Sonntag mit.

Am Freitag hatten die beiden US-Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem Institut eingestellt, nachdem die USA gegen dessen Großaktionäre Boris Rotenberg und seinen Bruder Arkadi Sanktionen verhängt hatten. Sie sind langjährige Judo-Partner von Präsident Wladimir Putin und sollen vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit Großaufträgen bedacht worden sein.

SMP hatte die Entscheidung von Visa und Mastercard kritisiert, weil die Sanktionen gegen die Aktionäre und nicht gegen die Bank verhängt worden seien. Offenbar war diese Beschwerde erfolgreich.

Die Kunden einer anderen russischen Bank müssen dagegen weiter auf die Dienste der US-Kreditkartenfirmen verzichten: Die Bank Rossija steht - anders als SMP - auch offiziell auf der Sanktionsliste der Amerikaner. Sie wird ebenfalls von Freunden Putins kontrolliert und gilt als Finanzhaus der russischen Elite.

stk/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
e33h372 23.03.2014
1. erst kommt das fressen dann die moral
gott wie verlogen ist das denn.wahrscheinlich ist goldman sachs oder eine monströder hegde fonds grosser aktionär und somit ausgenommen von den strafmassnahmen.
carolian 23.03.2014
2. Zuviele Kündigungen
Offenbar haben zu viele Kunden-wie ich- ihre Kreditkarten in der letzten Woche bei Mastercard und Visa gekündigt. Weil diese Banken die Diener der US-Geheimdienste machen. Ich bin jetzt überzeugt davon, dass jede meiner Transaktionen über eine dieser Karten bei der NSA landete. Ich habe noch eine Eurocard (oder wie die jetzt heisst) oder zahle wieder bar. Gerade in Hotels, in die ich mich mit falschen Namen anmelde. Man soll immer misstrauisch sein, wenn jemand etwas kostenlos anbietet. Das bezahlt dann oft eine der US-Geheimdienste: Internet-Software, EDV-Dienstleistungen, Cloud, kostenlose Internet- Zeitungen, Kreditkarten. Die Cloud ist doch nur entwickelt worden, damit die Geheimdienste der USA die Daten klauen können.
die Wütende 23.03.2014
3. Sanktionen-Bumerang
Die EU und USA werden sich noch in den eigenen Ellenbogen ob ihrer Sanktionsmanie beißen! Frau Merkel hat Herrn Scholl-Latour zum 90. gratuliert und ihn ob seiner treffenden Analysen gewürdigt...nur hören tut sie nicht auf diese! Ich kann nur allen Usern empfehlen, seine Stellungsnahmen zu Russland, der Krim und Putin und zu den USA und deren Haltung zu internationalen Gesetzen zu lesen! Ein weiser Mann! Aber seit wann hören Politiker in der EU und den USA auf weise Leute?
ichstaune 23.03.2014
4. Das ist mein Amerika
ganz schnell zurück zum Gabentisch.. Nur zur Klarstellung: ich bin gegen Sanktionen. Ich setze auf Diplomatie!
klugscheißer2011 23.03.2014
5. Ich lach mir'n Ast
Zitat von sysopAFPDie Kunden der russischen SMP Bank können wieder mit amerikanischen Kreditkarten zahlen. Nach Angaben des Geldhauses haben die Unternehmen Visa und Mastercard ihre Dienstleistungen wieder aufgenommen. Zuvor hatte sich das Finanzinstitut über ungerechtfertigte Sanktionen beschwert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/krim-krise-mastercard-und-visa-nehmen-sanktionen-gegen-smp-zurueck-a-960292.html
Das ist der erste große Schenkelklopfer der sogenannten Krim-Krise. Der Westen droht großspurig mit Sanktionen, stellt eine russische Bank kalt. Und dann merkt man, dass diese Aktion nach hinten losgeht, weil ja dann der ach so schöne Profit ausbleibt. Wie sagte schon Karl Marx: Der Kapitalismus ist so pervers auf Gewinn getrimmt, dass er für ein paar hundert Prozent Profit einen Strick an den eigenen Henker verkaufen würde. Und glaubt mir: es werden noch einige andere dieser Sanktionen zum Bumerang werden, nicht weil der Russe so böse, sondern der habgierige Westen eine der Ursachen dieser Krise ist.
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