Opec-Förderland Krise in Venezuela - Ölpreis steigt

Der Machtkampf im Förderland Venezuela wirkt sich nach Ansicht von Experten auf den Ölpreis aus. Der Preis der Ölsorte WTI stieg um 67 Cent auf 53,80 Dollar.

Raffinerie in Venezuela
REUTERS

Raffinerie in Venezuela


Die Ölpreise haben zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagmorgen 61,77 US-Dollar. Das waren 68 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 67 Cent auf 53,80 Dollar.

Marktbeobachter sehen die politische Krise in Venezuela als Preistreiber für Öl. In dem südamerikanischen Mitgliedsland der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) tobt ein heftiger Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Am Mittwoch hatte Parlamentschef Juan Guaidó sich zum Interimspräsidenten erklärt und damit Staatschef Maduro offen herausgefordert. Die USA erkannten Guaido umgehend als legitimen Präsidenten an.

Die angespannte politische Lage schürte am Markt Sorgen, dass die Ölexporte des Landes bald unterbrochen werden könnten. Venezuela hat die weltweit größten Ölreserven, befindet sich aber in einer schweren wirtschaftlichen Krise. 95 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Ölexport. Anstatt in den Boomjahren die Abhängigkeit zu verringern und die Ölindustrie zu modernisieren, importierte Venezuela weiter fast alle Produkte aus dem Ausland - von Toilettenpapier bis hin zu Lebensmitteln.

Ölförderung in Venezuela deutlich eingebrochen

Als dann der Ölpreis einbrach und die Inflation rapide stieg, verschärfte sich die Krise dramatisch. Bereits mehr als drei Millionen Menschen haben das Land verlassen.

Die Ölförderung ist dramatisch eingebrochen. Laut dem früheren venezolanischen Planungsminister Ricardo Hausmann wurden im vergangenen Jahr nur noch 700.000 Barrel am Tag gefördert - ein Minus von 40 Prozent.

Deutschland importiert für einige hundert Millionen Dollar im Jahr Öl aus Venezuela. In den USA kommen mehr als zehn Prozent der Ölimporte aus dem sozialistisch regierten Land - obwohl es als Klassenfeind gilt. Das Öl ist zwar von minderer Qualität, aber ein Importstopp der USA könnte in Zeiten einer zunehmend fragilen Konjunktur auch steigende Ölpreise zur Folge haben.

mmq/dpa-AFX/Reuters



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bommipit 25.01.2019
1. War ja klar
Das die Spekulanten das jetzt als Grund nehmen um den Preis zu treiben. Wundert mich ja das bis jetzt nicht der Brexit als Grund genommen wurde. Für mich ist das alles nicht mehr glaubwürdig. Venezuela fördert kaum noch Öl und das schon in der Vergangenheit. Nur plötzlich jetzt fürchtet man ein versiegen. Wer soll das glauben. Ich glaube es ist alles gesteuert,nur tun mir die Menschen in Venezuela leid. Die Eliten haben das Land bereits verlassen und das einfache Volk leidet.
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