Krisen-Flughafen Hahn Land könnte Insolvenzgefahr bannen

Interessenten am Flughafen Frankfurt Hahn feilen noch an Businessplänen. Dennoch fürchtet Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro bis dahin keine Insolvenz. Ein Kredit könne die Notlage überbrücken.
Flughafen Frankfurt-Hahn

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Foto: Thomas Frey/ dpa

Im Ringen um die Zukunft des krisengeschüttelten Flughafens Frankfurt Hahn brauchen Kaufinteressenten womöglich Monate für ihre Businesspläne. Eine mögliche Insolvenz hält Flughafen-Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro in dieser Zeit dennoch für abwendbar. Notfalls könne das Land Rheinland-Pfalz als Mehrheitseigner mit einem Gesellschafterdarlehen von bis zu 34 Millionen Euro beispringen und eine finanzielle Notlage überbrücken, sagte Barbaro (SPD), der auch Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ist der Deutschen Presse-Agentur.

Unter der Annahme, "dass wir das Ende der Liquidität auf Ende September taxieren", könne es bereits vorher grünes Licht für eine Zwischenfinanzierung durch das Land geben, betonte der Chefaufseher. Dies sichere den Flughafen ab, auch wenn fundierte Businesspläne von Bietern erst im Herbst vorliegen sollten. Einer der Interessenten am Flughafen Hahn, die ADC GmbH, hatte bereits eingeräumt, für den nötigen Businessplan noch zumindest zwei Monate zu benötigen.

"Nicht die Businesspläne sind entscheidend, sondern eine positive Geschäftsprognose unserer Wirtschaftsprüfer der Dornbach GmbH für den Flughafen", sagte Barbaro. Aufgrund dieser Prognose könnte das Gesellschafterdarlehnen fließen.

Nach dem geplatzten Verkauf des Flughafens, der größtenteils Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen gehört, an mutmaßliche Betrüger aus China ist ein neues dreistufiges Verkaufsverfahren eröffnet worden. Bis zum 2. August können Bieter ihr Interesse bekunden - und bis zum 1. September detaillierte Unterlagen einreichen. Die anschließende dritte Phase kann laut Angaben der EU mehrere Bieterrunden umfassen.

Die Landesregierung hatte den Verkauf des Flughafens Hahn gestoppt, nachdem sich der ursprünglich als Käufer ausgewählte Bieter Shanghai Yiqian Trading (SYT) als mutmaßlicher Betrüger entpuppt hatte. Dabei hatte sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) extra die international tätige Unternehmensberatung KPMG für den Verkauf des landeseigenen Flughafenanteils von 82,5 Prozent dazugeholt. KPMG steht daher nun schwer in der Kritik. Und doch fiel Dreyers Landesregierung auf den mutmaßlichen Betrüger herein. In letzter Sekunde musste der Deal über rund 13 Millionen Euro abgesagt werden. Zahlungen waren ausgeblieben, Zweifel an der Echtheit von Bankunterlagen kamen auf. Schließlich zog die Landesregierung die Reißleine.

dpa/kig
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