Krisenemirat Dubai dementiert Zahlungsprobleme bei U-Bahn-Bau

Klares Dementi: Dubai hat einen Bericht zurückgewiesen, nach dem das mit Finanzproblemen kämpfende Emirat Schwierigkeiten hat, den Ausbau seines Metronetzes zu bezahlen. Doch das für den Bau der U-Bahn verantwortliche Konsortium will den Vertrag neu verhandeln.

Metro in Dubai: Baukosten liegen mittlerweile bei 7,6 Milliarden Dollar
dpa

Metro in Dubai: Baukosten liegen mittlerweile bei 7,6 Milliarden Dollar


Dubai/Tokio - Dubai versucht derzeit mit aller Kraft, gegen das Image des Krisenemirats anzukämpfen. Zu Wochenbeginn wurde mit dem Burj Chalifa das höchste Gebäude der Welt eröffnet, am Donnerstag wies die Regierung schnell einen japanischen Zeitungsbericht zurück, in dem von Zahlungsschwierigkeiten und Verzögerungen beim Bau der U-Bahn die Rede war.

Die staatliche Verkehrsgesellschaft RTA erklärte, sie komme ihren finanziellen Verpflichtungen gemäß Vertrag nach. "Wir sind sehr überrascht, dass einige Medien diese Nachricht verbreitet haben, wo doch jeder vor Ort in Augenschein nehmen kann, dass die Arbeiten an der Metrostrecke an verschiedenen Stellen vorangehen", hieß es in einer Erklärung.

Das von einer japanischen Firma geführte Konsortium für den Bau der U-Bahn will den Vertrag allerdings neu verhandeln, wie ein Sprecher in Tokio sagte. Das Konsortium aus dem Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries, den Baufirmen Obayashi und Kajima und dem Handelshaus Mitsubishi Corporation habe deshalb das Tempo der Bauarbeiten gedrosselt, sagte ein Sprecher. Die japanische Pressegruppe Nikkei hatte berichtet, das Konsortium habe wegen ausbleibender Zahlungen die Arbeiten sogar ausgesetzt.

Die Verkehrsgesellschaft RTA in Dubai erklärte dagegen, die Arbeiten an den beiden Linien hätten bereits "bedeutende Fortschritte" gemacht und die neue Station am Burj Chalifa sei bereits am Sonntag eröffnet worden.

Dubai drückt Schuldenlast von 100 Milliarden Dollar

Der Bau der U-Bahn war 2005 begonnen worden. Ursprünglich sollte das neue Verkehrsmittel 4,4 Milliarden Dollar (3,06 Milliarden Euro) kosten. Mittlerweile werden 7,6 Milliarden Dollar veranschlagt. Die vier am Konsortium beteiligten japanischen Firmen erhielten 2005 einen Auftrag über 490 Milliarden Yen (zum heutigen Umrechnungskurs 3,7 Milliarden Euro).

Nach Angaben der japanischen Regierung saß RTA zu Ende Oktober auf einem Berg unbezahlter Rechnungen in Höhe von 5,27 Milliarden Dollar. Die Regierung in Tokio hatte die Angaben Mitte Dezember veröffentlicht, nachdem die Zahlungsschwierigkeiten Dubais öffentlich geworden waren.

Dubai hatte seine Gläubiger im November überraschend um einen Zahlungsaufschub für den verschuldeten Staatsfonds Dubai World gebeten und damit die Börsen weltweit geschockt. Das Nachbarland Abu Dhabi sprang mit einem Kredit von zehn Milliarden Dollar ein, damit Dubai seine fälligen Schulden zahlen konnte. Insgesamt soll Dubai Schulden in Höhe von mehr als 100 Milliarden Dollar haben.

Besonders die Immobilienkonzerne des Emirats leiden unter den Folgen der globalen Finanzkrise und haben einen Berg von Schulden angehäuft. Die erste Strecke der Metro von Dubai war im vergangenen September eröffnet worden.

böl/AFP/dpa

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Seite 1
zwangsreunose 10.12.2009
1.
Zitat von sysopDie Krise an den Finanzmärkten in Dubai ist offensichtlich überwunden. Nach der dramatischen Talfahrt der vergangenen Tage investierten viele Anleger wieder kräftig. Der Aktienmarkt verbuchte mit plus sieben Prozent die größten Gewinne seit dem 23. Februar. Ist die Krise damit abgehakt. Oder sollte man über Konsequenzen nachdenken?
Ach wa..... war ja auch keine Krise in Dubai, sondern in den USA war Thanksgiving. Da hatte man nur mal für einen Tag das Investieren vergessen. Das hatte nur für kurze Magenverstimmung gesorgt. Die ganze Aufregung war umsonst und jetzt gehts weiter in alter Frische. So! Und wer sucht hier in D derzeit potente, liquide Einsteiger. Ich wüsste da einen............. Dubai World. Oder gehen Sie besser gleich zur FED oder BOE.
zwangsreunose 10.12.2009
2.
Zitat von sysopDie Krise an den Finanzmärkten in Dubai ist offensichtlich überwunden. Nach der dramatischen Talfahrt der vergangenen Tage investierten viele Anleger wieder kräftig. Der Aktienmarkt verbuchte mit plus sieben Prozent die größten Gewinne seit dem 23. Februar. Ist die Krise damit abgehakt. Oder sollte man über Konsequenzen nachdenken?
Über Konsequenzen nachdenken? ...... das ist nicht Ihr Ernst, oder?
AndyH 10.12.2009
3.
Zitat von sysopDie Krise an den Finanzmärkten in Dubai ist offensichtlich überwunden. Nach der dramatischen Talfahrt der vergangenen Tage investierten viele Anleger wieder kräftig. Der Aktienmarkt verbuchte mit plus sieben Prozent die größten Gewinne seit dem 23. Februar. Ist die Krise damit abgehakt. Oder sollte man über Konsequenzen nachdenken?
Solange Dubai steuerfrei bleibt, wird immer auf die Füße fallen.
maher 10.12.2009
4.
Zitat von sysopDie Krise an den Finanzmärkten in Dubai ist offensichtlich überwunden. Nach der dramatischen Talfahrt der vergangenen Tage investierten viele Anleger wieder kräftig. Der Aktienmarkt verbuchte mit plus sieben Prozent die größten Gewinne seit dem 23. Februar. Ist die Krise damit abgehakt. Oder sollte man über Konsequenzen nachdenken?
Die Krise in Dubai wird erst überwunden, wenn die Sache mit dem Geschäftsmodell Dubai geklärt ist. Und es ist gescheitert. Die Zukunft von Dubai ist vorbei.
grauer kater 10.12.2009
5.
Zitat von AndyHSolange Dubai steuerfrei bleibt, wird immer auf die Füße fallen.
So ist es! Dieser Standortvorteil ist durch nichts zu ersetzen! Vive le Emirates!
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