Krisenwährung Goldpreis fällt so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr

Gold und Silber erleben den größten Kursrutsch seit 30 Jahren: Weltweit trennen sich Anleger von ihren Beständen und horten Bargeld. Der Goldpreis rutschte zeitweise unter die Marke von 1600 Dollar.

Goldbarren und -nuggets: "Wir befinden uns im freien Fall"
AP

Goldbarren und -nuggets: "Wir befinden uns im freien Fall"


Frankfurt/Main - Mit dem Goldpreis geht es steil bergab: Aus Furcht vor einer Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise und einer weltweiten Rezession fliehen die Anleger aus den Rohstoffmärkten. Die Preise für Gold Chart zeigen und Silber in Dollar Chart zeigen fielen so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Am Abend kostete eine Feinunze (rund 31 Gramm) des Edelmetalls zeitweise nur knapp 1595 Dollar. Anleger horteten Bargeld oder investierten es in die Weltleitwährung Dollar in Euro Chart zeigen.

Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu den sechs wichtigsten Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, stieg zeitweise auf ein Siebeneinhalb-Monats-Hoch von 78,86 Punkten. "In Zeiten extremer Anspannung gibt es keinen Ersatz für Liquidität", sagte ein Analyst von der Credit Suisse Chart zeigen. "Gold ist zwar im Vergleich zu anderen Metallen liquide, bei einer Flucht ins Bargeld zählt aber Cash allein - und das bedeutet US-Dollar." Da keine schnelle Lösung für die europäische Schuldenkrise in Sicht sei, werde sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen. Ein Kollege von der Citigroup Chart zeigen äußerte sich ebenfalls pessimistisch: "Die Leute befürchten das Schlimmste. Wir befinden uns im freien Fall, und niemand wagt es, sich dagegen zu stemmen."

Zeitweise fiel der Preis für eine Feinunze Gold um bis zu 7,3 Prozent auf 1534,49 Dollar. Silber brach in der Spitze sogar um gut 16 Prozent auf 26,04 Dollar ein. Damit büßten die beiden Edelmetalle binnen drei Handelstagen 14 beziehungsweise 34 Prozent ihres Wertes ein. Dies ist der größte Preisverfall seit jeweils rund 30 Jahren.

kra/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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syramon 26.09.2011
1. Herrlich,
Zitat von sysopGold und Silber erleben den größten Kursrutsch seit 30 Jahren: Weltweit trennen sich Anleger von ihren Beständen und*horten Bargeld. Der Goldpreis rutschte zeitweise unter die Marke von 1600 Dollar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788500,00.html
es lohnt nachzukaufen:-)
dunnhaupt 26.09.2011
2. Alte Wall Street-Weisheit:
"Gold steigt die Treppe hinauf, aber es fährt mit dem Lift hinunter." Wenn unsere Goldhamster sich mal die Mühe gemacht hätten, sich die Charts anzusehen, so hätten sie schon vor ein paar Tagen die gefürchtete ominöse Doppelspitze erkannt, bei der man sofort verkaufen muss. LOL
günter1934 26.09.2011
3. *
Aus dem Artikel: "Zeitweise fiel der Preis für eine Feinunze Gold um bis zu 7,3 Prozent auf 1534,49 Dollar. Silber brach in der Spitze sogar um gut 16 Prozent auf 26,04 Dollar ein." Schon erstaunlich. Aber könnte es nicht auch sein, dass sich irgendwelche Leute ganz grauenhaft verspekuliert haben und verkaufen müssen? Wie damals die Brüder Hunt? Glücklicherweise sind diese Zocker nicht "systemimmanent" und werden daher nicht von uns Steuerzahlern gerettet.
c++ 26.09.2011
4. .
Da müssen wohl Verkäufer sein, denen das Wasser bis zum Halse steht, die ihre Goldbestände versilbern. Oder es wird wild spekuliert. Rational ist das nicht. Warten wir mal einen Monat ab.
Ökopit 26.09.2011
5. Sind Sie sich da ...
Zitat von syramones lohnt nachzukaufen:-)
... so sicher? 1980 ging es auch zunächst innerhalb weniger Tage um rund 25 % runter (von über 800 auf ca. 600 Dollar). Wer da "nachkaufte" hatte da 6 Monate später allerdings nur noch etwa die Hälfte seines Einsatzes, denn in dem "halben Jahr" sank der Preis weiter auf unter 400!!! Bis dann wieder 600 Dollar erreicht waren, dauerte es fast 20 Jahre! Rückschauend hätte man bei 200 einsteigen müssen - mir persönlich war das allerdings damals auch noch "zu überbewertet!
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