Kritik an Exportverboten Weltbank warnt vor globaler Ernährungskrise

Die Weltbank fordert Staaten auf, Exportverbote für Nahrungsmittel zu vermeiden. Hohe Preisschwankungen bei Agrarrohstoffen würden armen Ländern schaden - und könnten eine neue Welternährungskrise hervorrufen.
Getreideernte in Russland: Schlechte Ernte durch Dürre und Waldbrände

Getreideernte in Russland: Schlechte Ernte durch Dürre und Waldbrände

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Waldbrände

Washington - Russlands Ankündigung, sein Verbot von Getreideexporten vielleicht bis ins kommende Jahr auszuweiten, da die extreme Dürre und die starken zu schweren Ernteausfällen führen könnten, löste bei der Weltbank in Washington Sorge aus. Staaten sollten auf Exportverbote für Nahrungsmittel verzichten, teilte die Weltbank mit. Ansonsten könne es zu einer neuen Welternährungskrise kommen.

Höhere Schwankungen bei den Nahrungsmittel-Preisen könnten vor allem ärmeren Ländern schaden. "Derzeit sehen wir keine Krise und wir hoffen, künftige abzufangen, in dem wir Länder darum bitten, nichts anzuordnen, was eine Krise herbeiführen könnte", sagte die geschäftsführende Weltbank-Direktorin Ngozi Onkonjo-Iweala.

Schwellenländer

Allerdings seien die Vorratslager besser gefüllt als bei der letzten Welternährungskrise 2008. Damals waren die Preise auf Rekordhöhen gestiegen, es kam zu Engpässen bei der Nahrungsmittel-Versorgung und sozialen Unruhen. Onkonjo-Iweala will Anfang September das Direktorium der Weltbank auffordern, den Welternährungsfonds zu aktivieren. Dieser war während der Krise 2008 geschaffen worden. Der Topf stünde zu Verfügung, wenn Hilfe bräuchten und Nahrungsmittel knapp würden.

Vergangene Woche hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin ein Exportverbot für Getreide verhängt. Das Land leidet seit Anfang Juli unter starker Trockenheit, die auch verantwortlich ist für die verheerenden Wald- und Torfbrände. Experten zufolge dürfte die Weizenernte in Russland um ein Drittel geringer ausfallen als 2009. Auch bei Zuckerrüben wird mit geringeren Erträgen gerechnet. Es sei "vergeblich", auf eine rasche Aufhebung des Embargos zu hoffen, sagte Putin.

Russland ist der drittgrößte Weizenexporteur der Welt, die sinkende Ernte lässt daher die Preise weltweit steigen. In der vergangenen Woche erreichte der Weizenpreis in Europa den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

lgr/Reuters/AFP
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