Protest gegen Justiz Kronzeuge gegen Deutsche Bank schlägt acht Millionen Dollar aus

Eric Ben-Artzi hat zweifelhafte Praktiken der Deutschen Bank öffentlich gemacht. Nun schlägt er acht Millionen Dollar Belohnung aus - weil die verantwortlichen Manager nie bestraft wurden.
Niederlassung der Deutschen Bank

Niederlassung der Deutschen Bank

Foto: Justin Lane/ picture alliance / dpa

Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter der Deutschen Bank  hat eine hohe Belohnung abgelehnt. Eric Ben-Artzi sollte eigentlich 8,25 Millionen Dollar von der US-Wertpapieraufsicht SEC bekommen. Mit dem Verzicht will er aufrütteln: Bis heute sei nämlich kein einziger der eigentlich verantwortlichen Bankmanager belangt worden, sagt er.

Ben-Artzi hatte als Risikomanager für die Deutsche Bank gearbeitet und 2011 öffentlich gemacht, dass die Bank den Wert hochspekulativer Wertpapiere in der Bilanz viel zu hoch angesetzt hatte.

Der promovierte Mathematiker hatte seine Bedenken ursprünglich seinen Vorgesetzten bei der Deutschen Bank vorgetragen. Als er damit kein Gehör fand, wandte er sich schließlich an die amerikanische Börsenaufsicht SEC. Einige Zeit später wurde Ben-Artzi entlassen.

Fotostrecke

Die Skandale der Deutschen Bank: Peanuts und Pannen

Foto: © Ralph Orlowski / Reuters/ REUTERS

Haben Aufseher den Betrug gedeckt?

Die Deutsche Bank musste im vergangenen Jahr 55 Millionen Dollar Strafe dafür zahlen. 15 Prozent davon stünden eigentlich Ben-Artzi zu. In einem Gastbeitrag für die "Financial Times" verkündete der Manager nun, er wolle das Geld nicht annehmen, weil die Falschen bestraft würden. Die Geldstrafe belaste letztlich die Aktionäre, scharenweise würden Mitarbeiter derzeit ihre Arbeitsplätze verlieren.

Das Top-Management dagegen habe mit üppigen Millionen-Boni die Bank verlassen. Die Schuldigen am Bilanzskandal seien bis heute unbehelligt geblieben. Der Grund dafür seien Seilschaften innerhalb der US-Wertpapieraufsicht: Immer wieder seien hochrangige Juristen von der Deutschen Bank zur SEC gewechselt und umgekehrt - auch während die Ermittlungen liefen. Ben-Artzi nennt das "Drehtür-Effekt".

SEC-Manager Andrew Ceresney wies die Vorwürfe zurück: Die Behörde habe alle Verstöße zur Anklage gebracht, soweit sie zu beweisen gewesen seien.

beb/REUTERS
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.